Nach der Einführung von Kontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze ist es am Montag zu Staus an den Grenzübergängen gekommen. Die Strassen waren auf eine Spur verengt worden, um die am Sonntag verfügten Grenzkontrollen durchzuführen.

Auf der Autobahn 8 bei Bad Reichenhall standen die Fahrer am Morgen auf einer Länge von rund drei Kilometern, wie das Verkehrslagezentrum in Rosenheim berichtete. Auf der Autobahn 3 bei Passau waren es dem Bayerischen Rundfunk zufolge sechs Kilometer.

Auch Zugreisende kontrolliert

Für Montagvormittag rechneten die Beamten mit einem erneuten Anstieg der Flüchtlingszahlen an den Grenzübergängen. Nach der Wiederaufnahme des Zugverkehrs zwischen Deutschland und Österreich um 7 Uhr würden auch Zugreisende an den Grenzen oder in nahen Bahnhöfen kontrolliert, teilte die Sprecherin der Bundespolizei mit.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann rechnet damit, dass die Grenzkontrollen mindestens einige Wochen dauern. Es müsse stärker kontrolliert werden, weil viele unterwegs seien, die keine echten Flüchtlinge seien, sagt der CSU-Politiker dem Bayerischen Rundfunk.

Ungarn meldet Rekordzahlen

Über das gesamte Wochenende waren rund 19'100 Flüchtlinge in München angekommen. Am Sonntag hatten 7100 Flüchtlinge die bayerische Landeshauptstadt erreicht, wie eine Sprecherin der Regierung von Oberbayern mitteilte.

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Der Strom der Flüchtlinge, die über die Balkan-Route nach Mitteleuropa gelangen, dürfte auch in den nächsten Tagen nicht abreissen. Die Zahl der nach Ungarn kommenden Flüchtlinge hatte am Sonntag einen neuen Rekord erreicht: 5809 Menschen und damit so viele wie noch nie an einem Tag seien ins Land gekommen, meldete die ungarische Polizei am Montag. Der vorherige Rekord war erst am Samstag mit 4330 Neuankömmlingen aufgestellt worden.

Vor Inkrafttreten der verschärften ungarischen Einwanderungsgesetze am Dienstag waren die Flüchtlingszahlen zuletzt immer weiter angestiegen. Die neuen Gesetze sehen unter anderem Haftstrafen für Menschen vor, die illegal in das EU-Land einreisen. Überdies soll die Grenze zu Serbien hermetisch abgeriegelt werden.

(sda/me/hon)