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Anschlag
Kopenhagen: Mutmassliche Helfer festgenommen

Ein Polizist steht vor der Synagoge, an der Blumen niedergelegt sind: Zwei Menschen starben. Keystone

Festnahmen in Kopenhagen: Die Polizei hat zwei mutmassliche Komplizen des Attentäters vom Wochenende aufgespürt. Der Täter selbst war den Sicherheitsbehörden bekannt.

Veröffentlicht am 16.02.2015

Die dänische Polizei hat zwei mutmassliche Komplizen des Attentäters von Kopenhagen festgenommen. Ihnen werde vorgeworfen, «durch Rat und Tat dem Täter geholfen» zu haben, teilte die Polizei mit. Sie seien einem Haftrichter vorgeführt worden. Weitere Einzelheiten nannte die Polizei zunächst nicht.

Bei Anschlägen auf einen schwedischen Mohammed-Karikaturisten und eine Synagoge in Kopenhagen waren am Wochenende zwei Menschen getötet worden. Der mutmaßliche Täter wurde von der Polizei erschossen. Die Behörden vermuten, dass er die Anschläge von Islamisten auf die französische Satire-Zeitung «Charlie Hebdo» und einen jüdischen Supermarkt in Paris im vorigen Monat nachahmen wollte. Frankreich Ministerpräsident Manuel Valls kündigte an, die seither verschärften Sicherheitsvorkehrungen blieben in Kraft.

Schweden erwägt höhere Sicherheitsstufe

Bei dem mutmasslichen Attentäter handelt es sich nach Angaben der Polizei um einen 22-jährigen Mann, der in Dänemark geboren wurde. Einen Namen nannte die Polizei zunächst nicht, dänische Medien identifizierten ihn als Omar Abdel Hamid El-Hussein. Der Täter war den Sicherheitsbehörden wegen verschiedener Straftaten wie Waffenbesitz, Gewaltexzessen und Bandenkriminalität bekannt.

Die schwedische Sicherheitspolizei erklärte, sie prüfe nach den Anschlägen eine Anhebung der Terrorwarnstufe. Es seien wegen Kopenhagen schon einige Sicherheitsmassnahmen ergriffen worden. Eine weitere Verschärfung hänge von den Informationen aus der dänischen Hauptstadt ab. Der schwedische Karikaturist Lars Vilks war bei dem Attentat auf eine Diskussionsveranstaltung zum Thema Meinungsfreiheit und Gotteslästerung in Kopenhagen unverletzt geblieben.

«Islam-Faschismus»

Die französische Regierung schätzt die Gefahr von Anschlägen rund sechs Wochen nach den Anschlägen auf «Charlie Hebdo» und eine jüdischen Supermarkt weiter als «besonders hoch» ein. Valls sagte im RTL-Hörfunk, daher würden die außergewöhnlichen Sicherheitsmaßnahmen so lange wie nötig in Kraft bleiben. Die Anschläge von Kopenhagen zeigten, dass weiter gegen den «Islam-Faschismus» vorgegangen werden müsse.

In Paris waren bei den Attentaten 17 Menschen getötet worden. Danach hatte die Regierung rund 10.000 Soldaten zur Sicherung öffentlicher und jüdischer Einrichtungen abgestellt. Zudem sollen die Geheimdienste um mehrere tausend Mitarbeiter aufgestockt werden.

(reuters/tno/ama)

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