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Angriff
Las Vegas: Die Bluttat fordert mehr als 50 Opfer

Las Vegas: Schüsse auf Konzertbesucher. Getty

Die Bluttat von Las Vegas geht als schlimmstes derartiges Verbrechen in die US-Geschichte ein. Mehr als 50 Menschen kamen durch einen Schützen ums Leben – der IS reklamiert die Tat für sich.

Veröffentlicht am 02.10.2017

Bei einem Angriff auf ein Freiluftkonzert in Las Vegas sind am Sonntagabend (Ortszeit) über 50 Menschen getötet und über 400 verletzt worden. Es ist damit das schlimmste derartige Verbrechen in der US-Kriminalgeschichte.

Der nach dem Angriff von der Polizei getötete Schütze wurde als der 64 Jahre alter Stephen P. identifiziert. Über seinen Hintergrund und seine Motive sei noch nichts bekannt, aber er habe nach ersten Erkenntnissen keine Verbindungen zu extremistischen Gruppen gehabt und gelte als Einzeltäter, teilte die Polizei am Montag mit.

Polizei spricht von Einzeltäter

«Wir glauben, dass es ein Einzeltäter ist. Ein einsamer Wolf», sagte Bezirkssheriff Joe Lombardo. In der Wohnung des Täters wurde zunächst nichts Verdächtiges gefunden. Eine Razzia in dem 15'000-Einwohner-Städtchen Mesquite, rund 130 Kilometer nordöstlich von Las Vegas an der Grenze zu Arizona gelegen, habe keine Auffälligkeiten ergeben, sagte ein Sprecher der örtlichen Polizei.

In der Wohnung, in der der 64-Jährige gewohnt habe, seien mehrere Waffen gefunden worden, sonst aber keine Hinweise auf die Vorbereitung einer Straftat.

IS reklamiert Tat für sich

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte aber die Gewalttat über ihr Sprachrohr «Amak» für sich. Der Schütze, der über 50 Menschen tötete, sei ein «Soldat» des IS gewesen, berichtete «Amak» am Montag. Er sei vor mehreren Monaten zum Islam übergetreten. Der Täter, ein weisser US-Bürger, war nach Angaben eines Polizeisprechers bisher nicht als Krimineller aufgefallen. Ausser einem vergleichsweise kleinen Verkehrsdelikt sei weder im Bundesstaat Nevada noch bundesweit etwas in seiner Akte gefunden worden, sagte der Sprecher.

Der Schütze war in Begleitung einer 62 Jahre alten Frau, die nach Medienberichten einen australischen Pass hat. Sie war jedoch offenbar nicht an der Tat beteiligt. Der Todesschütze tötete sich nach Angaben der Polizei wohl selbst. «Wir glauben, dass er sich selbst das Leben genommen hat, bevor wir in sein Hotelzimmer eingedrungen sind», erklärte Bezirkssheriff Lombardo am Montag. Zunächst hatte es geheissen, die Polizei habe den Angreifer getötet.

Hunderte von Schüssen

Die Schüsse auf die Besucher eines Konzerts im Rahmen des Country-Music-Festivals Route 91 Harvest am späten Sonntagabend (Ortszeit) waren aus dem 32. Stockwerk des Casino-Hotels Mandala Bay abgegeben worden. Augenzeugen berichteten von Hunderten Schüssen. Zum Zeitpunkt der Tat hielten sich laut Polizei etwa 22'000 Menschen auf dem Freiluftgelände auf.

Wie Lombardo sagte, wurden in dem Hotelzimmer, von dem aus der Schütze auf die Konzertbesucher feuerte, mehr als zehn Gewehre gefunden. US-Präsident Donald Trump sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus. Dies sei ein «Akt des absolut Bösen», sagte er in einer kurzen Erklärung in Washington. Trump kündigte Trauerbeflaggung und eine Reise nach Las Vegas am Mittwoch an.

Immer wieder Massenschiessereien

In den vergangenen Jahren haben wiederholt Massenschiessereien die USA erschüttert und auch die Diskussion um das Waffenrecht angefacht. Der ehemalige Präsident Barack Obama hatte vergeblich versucht, die Gesetze zur Reglementierung des Schusswaffenbesitzes zu verschärfen.

Über allfällige Schweizer Opfer liegen derzeit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) keine Informationen vor, wie es auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mitteilte. Abklärungen dazu seien im Gang. Das EDA stehe im Kontakt mit den lokalen Behörden. Der Tatort liegt unweit des internationalen Flughafens von Las Vegas, der seinen Betrieb nach dem Angriff vorübergehend einstellte.

(sda/mbü)

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