Drei Monate nach der blutigen Geiselnahme hat das Lindt-Café im Herzen der australischen Metropole Sydney am Freitag wieder seine Pforten geöffnet. Der Regierungschef des Staates New South Wales, Mike Baird, sprach von einem «schwierigen», aber «hoffnungsvollen Tag».

Die Stadt sei durch die islamistisch motivierte Gewalttat herausgefordert worden, der Tag der Wiedereröffnung des Cafés sei aber eine «Erinnerung daran, dass wir nach vorn blicken».

Zwei Schilder für die Opfer

Am Morgen des 15. Dezember vergangenen Jahres hatte der Islamist Man Haron Monis in dem Café zahlreiche Geiseln genommen und einige von ihnen gezwungen, eine islamistische Flagge ins Fenster zu halten. Mehrere Geiseln konnten im Zuge der stundenlangen Belagerung fliehen. In den frühen Morgenstunden des darauffolgenden Tages stürmte die Polizei das Café. Der Geiselnehmer sowie zwei Geiseln wurden getötet.

Im Inneren des renovierten Lindt-Cafés am Martin Place erinnern nun zwei goldene Schilder an die Opfer – den 34-jährigen Café-Manager Tori Johnson und die 38-jährige Anwältin und dreifache Mutter Katrina Dawson.

Schlange im Café

Zahlreiche Menschen standen am Freitag in dem Café Schlange, um sich Kaffee oder Kakao zu kaufen. Der Chef des Schokoladenherstellers Lindt in Australien, Steve Loane, bezeichnete die Wiedereröffnung im Sender ABC als einen «Neuanfang».

(sda/ise)