Die mexikanischen Behörden wollen den mächtigen Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán Loera zunächst nicht ausliefern. «Jetzt bleibt er erstmal in unserem Land», sagte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong im Interview mit dem Fernsehsender Canal Once.

«Wir brauchen ihn hier, um dafür zu sorgen, dass sich das Kartell nicht neu organisiert», führte Chong aus. Eine mögliche Auslieferung des Chefs des Sinaloa-Kartells an die USA komme erst infrage, wenn die Behörden alle nötigen Informationen von ihm erhalten haben.

Mehrere Verfahren in den USA

Die Anwälte Guzmáns beantragten am Montag allerdings bereits eine einstweilige Verfügung, um eine Überstellung von «El Chapo» ins Ausland zu verhindern. In den USA sind mehrere Verfahren gegen ihn anhängig. Die Behörden bereiteten einen Auslieferungsantrag für den am Samstag gefassten Chef des Sinaloa-Kartells vor, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft von New York.

Der Vorsitzende des Ausschusses für innere Sicherheit im US-Repräsentantenhaus, Michael McCaul, unterstützte das Vorhaben. Ob ein Auslieferungsgesuch gestellt werde, sei Gegenstand von Verhandlungen zwischen den USA und Mexiko, sagte der Sprecher des Weissen Hauses, Jay Carney.

Geschäfte aus der Haft

Offenbar gibt es Befürchtungen, dass Guzmán aus einem mexikanischen Gefängnis fliehen oder seine Geschäfte aus der Haft weiter führen könnte. 2001 war «El Chapo» bereits einmal aus einer Haftanstalt in Mexiko entkommen. Derzeit befindet er sich im Hochsicherheitsgefängnis Altiplano im Bundesstaat México.

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(sda/me/vst)