Bisher war es eine von vielen Vermutungen, jetzt gibt es eine offizielle Bestätigung: Das vermisste Flugzeug der Malaysia Airlines ist im südlichen Indischen Ozean abgestürzt. Das sagte der malaysische Premier Najib Razak in einer Pressekonferenz in Kuala Lumpur. Zuvor hatte er die Familien der 328 Passagiere von Flug MH 370 schriftlich benachrichtigt, es sei mittlerweile «ohne jeden vernüftigen Zweifel» klar, dass die Maschine verloren sei und es keine Überlebenden gäbe, berichtet «BBC». Razak verlieh dabei seiner Trauer Ausdruck.

Der Absturzort gehe aus der Analyse von Satellitendaten hervor, so der Premier.  Demnach sei die letzte registrierte Position des Fluges MH 370 westlich der australischen Stadt Perth gewesen. Rund 2500 Kilometer südwestlich von Perth wurde Treibgut gesichtet. Das könnten Trümmerteile der Maschine sein.

Die Mitteilung des malaysischen Regierungschefs über den Ort des Absturzes erfolgte am fünften Tag der grossangelegten Suchaktion unter der Beteiligung von 26 Staaten nach dem vermissten Flieger.

Tumult wütender Angehöriger

Die Familien der chinesischen Insassen an Bord des Flugzeugs der Malaysia Airlines nahmen die Nachricht vom Absturz mit Wut und Erschütterung auf. Im Pekinger Lido Hotel, wo sie am Montag informiert wurden, dass niemand überlebt habe, kam es zu Tumulten.

Wütende Angehörige gingen auf wartende Medienvertreter los. Diese hatten den Saal belagert, in dem die Familien die Informationen erhalten hatten und trauerten. Etwa zwei Drittel der 239 Insassen von Flug MH370 waren chinesische Staatsbürger.

Dank der neuen Analyse ist eindeutig, wo das Wrack zu suchen ist. Völlig unklar ist aber nach wie vor, warum die Maschine am 8. März auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking vom Kurs abwich und warum die Kommunikationssysteme an Bord ausfielen. Die Polizei in Malaysia ermittelt wegen Sabotage, Entführung und Terrorismus. Die Ermittler haben aber einen technischen Fehler an Bord nicht ausgeschlossen. Weil die wahrscheinliche Absturzstelle in internationalen Gewässern liegt, wird Malaysia als Heimatstaat des Flugzeugs die weiteren Ermittlungen leiten.

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(me, mit sda/reuters)