Marcel Reich-Ranicki ist tot. Der aus Polen stammende Publizist und Literaturkritiker ist im Alter von 93 Jahren verstorben. Das vermeldete der Mitherausgeber der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung», Frank Schirrmacher, im Kurznachrichtendienst Twitter.

Ranicki galt als der einflussreichste deutschsprachige Literaturkritiker der Gegenwart. Im März dieses Jahres wurde publik, dass Ranicki an Krebs erkrankt war.

Der Öffentlichkeit wurde er durch die Büchersendung «Das Literarische Quartett» bekannt, welche zwischen 1988 und 2001 am Fernsehen zu sehen war. 1999 erschien seine Autobiografie «Mein Leben», in der er auch über seine Zeit im Warschauer Ghetto berichtete. Dort hatte er 1942 seine Frau Teofila geheiratet. Ein Jahr später gelang ihnen die Flucht aus dem Ghetto, kurz vor der Ermordung aller Insassen.

(muv/vst)