Bei einer Massenpanik auf einer Silvesterfeier in Shanghai sind mindestens 36 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Die Menschen seien niedergetrampelt und eingequetscht worden, als im dichten Gedränge nachgemachte Geldscheine vom Dach einer Bar geworfen worden seien, berichteten Augenzeugen und Staatsmedien. Das Unglück ereignete sich kurz vor Mitternacht auf dem Chen-Yi-Platz an der Uferpromenade Bund, die auch bei Touristen beliebt ist.

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Die Polizei wollte den Geldschein-Regen als Ursache für die Panik zunächst nicht bestätigten. Der Vorfall werde noch untersucht, erklärte sie in einer Pressekonferenz, zu der ausländische Medien nicht zugelassen wurden.

Geld «wie Schnee vom Himmel» gefallen

Ein Zeuge berichtete, als das vermeintliche Geld «wie Schnee vom Himmel» gefallen sei, hätten die Menschen ohne Rücksicht auf andere versucht, die Scheine aufzufangen. «Menschen lagen auf dem Boden, andere trampelten über sie.»

Ein Anwohner sagte, in der Neujahrsnacht seien weniger Polizisten vor Ort gewesen als in den vergangenen Jahren. Ein Polizeivertreter erklärte, dass für den Bund-Bezirk keine offizielle Großveranstaltung geplant gewesen sei, so dass keine große Polizeipräsenz notwendig gewesen sei. Vor einigen Tagen war eine für Silvester geplante Laser-Show im Bezirk wegen Sicherheitsbedenken abgesagt worden. Dazu waren im vergangenen Jahr rund 300'000 Besucher gekommen.

28 Frauen gestorben

Die Bar, von der die Geldscheine geregnet waren, war am Donnerstag zunächst geschlossen. Mitarbeiter waren nicht zu einer Stellungnahme bereit.

Unter den 47 Verletzten sind der Nachrichtenagentur Xinhua zufolge viele Studenten. Bei 28 Toten handelte es sich Staatsmedien zufolge um Frauen, 8 waren Männer. Im Internet wurden Bilder veröffentlicht, die Rettungssanitäter bei Reanimationsversuchen zeigten. In einem örtlichen Krankenhaus versammelten sich Angehörige. Sie klagten, dass auch sechs Stunden nach dem Unglück keine Namenslisten veröffentlicht worden seien. Chinas Präsident Xi Jinping rief die Führung von Shanghai auf, den Vorfall restlos aufzuklären.

(reuters/me)