Auf den Schweizer Nationalstrassen hat der Verkehr im vergangenen Jahr erneut zugenommen. Alle Fahrzeuge zusammen legten dabei 26,89 Milliarden Kilometer zurück - das ist 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr oder 90-mal zur Sonne und zurück. Die Zahl der Staustunden stieg um 4,6 Prozent auf 21'541 Stunden.

Bundesrätin Doris Leuthard und das Bundesamt für Strassen (ASTRA) luden am Donnerstag zu einer Medienkonferenz ins Schloss Chillon VD, um die neusten Zahlen zur Verkehrsentwicklung auf den Schweizer Autobahnen bekanntzugeben. Diese stossen an ihre Kapazitätsgrenzen und müssen in den nächsten Jahren saniert und ausgebaut werden.

Belastung am Doppelviadukt Chillon

Ein klassisches Sanierungsbeispiel sei der Doppelviadukt Chillon, sagte Leuthard. Das Bauwerk wurde 1969 eröffnet und wird heute von täglich 55'000 Fahrzeugen benutzt. Aufgrund der gestiegenen Belastung und des Alters des Bauwerks sei eine umfassende Sanierung nötig geworden. Diese Arbeiten laufen seit drei Jahren und werden in diesem Jahr abgeschlossen. Die Kosten betragen 70 Millionen Franken.

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Es sei wichtig, für den Substanzerhalt die nötigen Mittel zur Verfügung zu stellen, sagte Leuthard weiter. Auf den Nationalstrassen gebe es rund 3000 Brücken und rund 240 Tunnels, und viele von ihnen müssten wegen ihres Alters bald saniert werden. Mit dem Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds (NAF) könne die Finanzierung der Nationalstrassen und der Bundesbeiträge für Agglomerationsprojekte langfristig gesichert werden, hielt Leuthard fest. In einer ersten Phase ist ein Investitionsvolumen von 16 Milliarden Franken vorgesehen. Der Bundesrat hat die NAF-Botschaft im Februar zuhanden des Parlaments verabschiedet.

Weniger Staus wegen Baustellen

Auf den Schweizer Nationalstrassen werden gemäss den jüngsten Zahlen des ASTRA immer mehr Kilometer zurückgelegt und die Staus werden immer länegr. Eine Trendumkehr gab es nur beim schweren Güterverkehr. Dieser ging gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozent zurück, während der Gesamtverkehr auf den Schweizer Autobahnen um 1,9 Prozent anstieg. Dass es immer enger wird auf dem Nationalstrassennetz, verdeutlichen auch die Staustunden. Diese nahmen um 4,6 Prozent auf 21'541 Stunden zu, verglichen mit einem Plus von 3,4 Prozent im Vorjahr.

Für 85 Prozent der Staus waren laut ASTRA Verkehrsüberlastungen verantwortlich (+ 7 Prozent), während Staus wegen Unfällen und Baustellen wie im Vorjahr zurück gingen. Stark reduziert werden konnten vor allem Staus wegen Baustellen, und zwar um 32 Prozent. Erwin Wieland, Vizedirektor des Bundesamtes für Strassen (ASTRA), unterstrich, dass das ASTRA seine Anstrengungen zur Stauverhinderung fortsetzen werde.

Rekordkurze Bauzeit

Jürg Röthlisberger, Direktor des ASTRA, erläuterte, was der Bund unternimmt, um auch bei laufenden Arbeiten Staus möglichst zu vermeiden. So kam beim vierspurigen Doppelviadukt als Weltpremiere eine extrabreite Maschine zum Einsatz, welche in Rekordzeit Armierungseisen verlegte und den Betonbelag ersetzte. Ausserdem wurde in mehreren Schichten und in der Nacht sowie am Wochenende gearbeitet.

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(sda/me)