Bei einem Schätzwert von 3 bis 5 Millionen Franken wird in Luzern am 13. Juni 2013 eine Bronze-Büste des Bündner Künstlers Alberto Giacometti versteigert. Sie war bislang in Schweizer Privatbesitz. Die Büste zeigt eine Prostituierte und Geliebte von Giacometti.

Die Büste ist die dritte von sechs Exemplaren. Sie zähle zu den wichtigsten Kunstobjekten der klassischen Moderne. Es sei gut möglich, dass der geschätzte Preis übertroffen werde, sagte Auktionator Kuno Fischer der Galerie Fischer in Luzern gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Die 48 Zentimeter hohe Bronzebüste mit grünlich-brauner Patina zeigt «Caroline», eine Prostituierte. Giacometti lernte die damals 21-Jährige 1959 kennen und hatte mit ihr eine Affäre bis zu seinem Tod 1966. Sie stand ihm öfter Modell. Die Büste entstand 1961 und wurde von Giacometti auf der Rückseite signiert.

Siebenfach den Besitzer gewechselt

Das Objekt wechselte bereits siebenmal den Besitzer. Letztmals wurde die Büste 1995 in New York bei Sotheby's für 320'000 Dollar versteigert. Das Objekt sei gut dokumentiert, sagte Auktionator Fischer. Zum jetzigen Verkäufer und den Gründen des Verkaufs machte er keine Angaben.

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Alberto Giacometti (1901-1966) aus dem bündnerischen Stampa zählt zu den bedeutendsten Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Seine lebensgrosse Skulptur «Schreitender Mann I» war 2010 mit 104,3 Millionen Dollar das zweitteuerste je bei einer Auktion versteigerte Kunstwerk. Nur Pablo Picassos Gemälde «Nackte, grüne Blätter und Büste» erzielte mit 106,4 Millionen Dollar einen höheren Preis.

Bei der Auktion in Luzern Mitte Juni werden unter anderem auch ein Ölbild von Alfred Sisley («La berge à Saint-Mammès») im Wert von 1,6 bis 2,4 Millionen Franken sowie ein Gemälde von Pierre-Auguste Renoir («Double Portrait de Jeanne Baudot») für 0,8 bis 1,2 Millionen Franken angeboten.

(tke/aho/sda)