Bei einer schweren Explosion in einem Einkaufszentrum in der nigerianischen Hauptstadt Abuja sind mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Die Bombe ging nach einem Bericht der Zeitung «Premium Times» im Eingangsbereich hoch.

Ein Mitarbeiter eines Spitals sagte, es habe auch zahlreiche Verletzte gegeben. Einige der Toten waren offenbar bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Die Zahl der Opfer könnte weiter steigen.

Viele Autos in der Region standen am Abend noch in Flammen. Der Sprengsatz soll sich in einem Fahrzeug befunden haben, das sich am Eingang des beliebten Zentrums befand. Notfallhelfer waren im Einsatz, unter den Besuchern des Emmab Plaza herrschte Panik.

Boko Haram im Verdacht

Obwohl sich zunächst niemand zu der Tat bekannte, wird vermutet, dass die islamistische Terrorgruppe Boko Haram verantwortlich ist. Sie verübt seit fünf Jahren immer wieder schwere Anschläge, jedoch hauptsächlich im Norden des Landes. Boko Haram verschleppte vor zwei Monaten mehr als 200 Schülerinnen.

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Erst am Vortag hatten örtliche Medien im Norden Nigerias berichtet, es seien bis zu 91 Dorfbewohner in die Gewalt von Extremisten geraten. Die nigerianische Regierung hat die Berichte am Mittwoch jedoch zurückgewiesen.

«Nach den uns vorliegenden Erkenntnissen wurden im Bundesstaat Borno nicht 60 Menschen entführt», teilte das Nationale Informationsamt mit.

(sda/chb)