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Attentat
Mutmasslichem Boston-Bomber droht Todesstrafe

Dschochar Zarnajew: Der verletzte 19-Jährige kann derzeit nur schriftlich kommunizieren. (Bild: Bloomberg)

Der 19-jährige Tschetschene Dschochar Zarnajew soll mit seinem Bruder den Anschlag auf den Boston-Marathon verübt haben – und kommt nun vor ein Zivilgericht.

Veröffentlicht am 22.04.2013

Gegen den mutmasslichen Attentäter von Boston ist Anklage erhoben worden. Dies sei dem 19-jährigen Dschochar Zarnajew im Spital eröffnet worden, teilte die Staatsanwaltschaft in der US-Ostküstenstadt mit. Der junge Mann soll gemeinsam mit seinem Bruder Tamerlan, der bei einer Verfolgungsjagd starb, die Anschläge auf den Boston-Marathon mit drei Toten vor einer Woche verübt haben.

Dschochar Zarnajew droht demnach insbesondere wegen des Einsatzes einer Massenvernichtungswaffe nach US-Bundesrecht die Todesstrafe.

Der Sprecher des Weissen Hauses, Jay Carney, betonte, Zarnajew werde nicht als «feindlicher Kämpfer» behandelt, wie dies von einigen Republikanern gefordert worden war. «Wir werden diesen Terroristen durch unser ziviles Justizsystem bestrafen», sagte Carney. Er wies darauf hin, dass seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 das Justizsystem bewiesen habe, dass es der anhaltenden Bedrohung gewachsen sei.

Militärtribunal nicht möglich

Die republikanischen Senatoren John McCain und Lindsey Graham hatten gefordert, Zarnajew als «feindlichen Kämpfer» zu behandeln. Unter diesem Status könnte er so wie die Häftlinge von Guantánamo unbefristet ohne Anklage oder Prozess festgehalten werden.

«Die heutige Anklage bringt eine tragische Woche für die Stadt Boston und unser Land zu einem erfolgreichen Abschluss», erklärte US-Justizminister Eric Holder. Als US-Staatsbürger kann Zarnajew nicht als feindlicher Kämpfer vor einem Militärtribunal der Prozess gemacht werden.

Zarnajew wird derzeit wegen Verletzungen behandelt, die er während eines Schusswechsels mit der Polizei erlitt, und kann bisher nur schriftlich kommunizieren.

(vst/sda/reuters)

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