Nach dem Sensationsfund eines Kunstschatzes mit bisher verschollenen Gemälden berühmter Künstler in München gibt es noch keine Stellungnahme der Behörden. Ein Sprecher der Augsburger Staatsanwaltschaft sagte, er könne weder bestätigen noch dementieren.

Das Nachrichtenmagazin «Focus» hatte berichtet, dass in einer Wohnung zwischen lauter Müll etwa 1500 Werke von Meistern der klassischen Moderne lagerten, darunter Gemälde von Pablo Picasso, Franz Marc oder Max Beckmann.

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Nach Informationen des Blattes sollen die Nationalsozialisten die Werke im Wert von rund einer Milliarde Euro von jüdischen Sammlern geraubt oder als «entartete» Kunst konfisziert haben. Gegen den Besitzer Cornelius G. wird laut «Focus» wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt, weil er immer wieder Gemälde verkauft haben soll.

Gemäss Berichten in verschiedenen Medien soll die Berner Galerie Kornfeld zu den Auktionshäusern gehören, welche Bilder aus dem Besitz von G. verstiegert haben. Kornfeld will heute Nachmittag dazu Stellung nehmen.

Deutsche Regierung wusste Bescheid

Die deutsche Bundesregierung weiss bereits seit längerer Zeit über den Fund von etwa 1'500 bisher verschollenen Werken aus der Zeit der klassischen Moderne in München Bescheid. «Die Bundesregierung ist seit mehreren Monaten über den Fall unterrichtet», sagte der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin.

Durch die Vermittlung von Experten, die sich mit «Entarteter Kunst» und von den Nationalsozialisten geraubter Kunst auskennen, würden die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Augsburg auch unterstützt. Weiter sagte Seibert, er habe «keine Informationen» darüber, ob aus dem Ausland bereits Besitzansprüche geltend gemacht worden seien. Das Finanzministerium verwies nur darauf, dass die Staatsanwaltschaft Augsburg für alle Auskünfte zuständig sei.

(sda/vst/chb)