Hungernde und Verletzte warten in Nepals abgelegenen Dörfern dringend auf Hilfe aus der Luft. Die Regierung suche händeringend weitere Helikopter, sagte der Sprecher des Innenministeriums.

Während sich die Situation in der Hauptstadt Kathmandu neun Tage nach dem Erdstoss der Stärke 7,8 entspannt hat, warten in abgelegenen Regionen weiter Zehntausende Menschen auf Rettung oder Unterstützung. Eigentlich müssen Verletzte geborgen, Zelte und Nahrungsmittel verteilt werden.

Mehr als 7200 Tote

Bei dem Erdbeben am 25. April kamen nach neusten Angaben mehr als 7200 Menschen ums Leben, Zehntausende wurden verletzt. Nach Angaben der Tourismusbehörde sind mindestens 57 Ausländer unter den Toten, 52 seien verletzt worden. 109 Touristen würden noch vermisst.

Unter den Vermissten befinden sich auch Schweizer Staatsangehörige. Das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten teilte auf Anfrage mit, dass «zu ganz wenigen Bürgern bisher kein Kontakt hergestellt werden» konnte, ohne nähere Angaben zu machen.

Zu wenige Transportmittel

Nepals Regierung bat erneut um weitere Hilfe. «Wir haben nicht genügend Helikopter, um beides gleichzeitig zu bewerkstelligen: Rettung und Versorgung», sagte der Sprecher des Innenministeriums, Laxmi Dhakal. Der Regierung stünden nur 13 Helikopter zur Verfügung, darunter sieben private.

Indien helfe mit weiteren 14 Helikoptern aus. Die USA hätten am Sonntag vier Osprey-Flugzeuge eingeflogen, die vertikal starten und landen können. China habe am Montag drei Helikopter geschickt. «Aber das reicht noch nicht. Wir brauchen mindestens doppelt oder dreimal so viele, wie wir bislang haben», sagte der Sprecher.

95 Prozent eingestürzt oder schwer beschädigt

Die schwer getroffenen Regionen nördlich von Kathmandu waren schon vor dem Beben teilweise nur durch Tagesmärsche zu erreichen. Die wenigen vorhandenen Strassen sind teils durch Erdrutsche verschüttet.

In vielen Dörfern sind nach Behördenangaben 95 Prozent der Häuser eingestürzt oder schwer beschädigt. Viele Menschen leben nach Angaben des Sprechers auf offenem Feld. Ihre Vorräte sind zerstört oder aufgebraucht.

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Selbst Helikopter haben Probleme

Das Gelände sei teils so gebirgig und unwegsam, dass selbst Helikopter dort nicht landen könnten. Diese sollten wenigstens Zelte und Lebensmittel aus der Luft abwerfen.

(sda/tno/ama)