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Geologie
Neue Erkenntnisse zur Entstehung des Lebens

Nuvvuagittuq-Grünsteingürtel: Das Gestein hier ist sehr alt. NASA

Das Leben an Land ist vielleicht älter als bisher angenommen. Forscher haben in sehr altem Gestein aus Kanada möglicherweise fossile Spuren von Mikroorganismen identifiziert.

Veröffentlicht am 14.05.2017

Leben an Land könnte es schon viel länger geben als bisher angenommen. Darauf weisen fossile Spuren von Mikroorganismen hin, die Forscher in 3,48 Milliarden alten Gesteinsablagerungen ehemaliger heisser Quellen entdeckt zu haben glauben.

Solche Thermalquellen an Land seien damit drei Milliarden Jahre früher besiedelt gewesen als bislang bekannt, schreiben die Wissenschafter im Fachblatt «Nature Communications». Die Entdeckung sei auch relevant für die Suche nach Leben auf anderen Planeten. Auf dem Mars gebe es vergleichbare heisse Quellen, an denen möglicherweise Spuren von Leben nachweisbar sind.

«Gewagte» Interpretation

William Martin vom Institut für Molekulare Evolution an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der nicht an der Untersuchung beteiligt war, hält die Interpretation der gefundenen Spuren aber für «gewagt».

Die Forscher lieferten gute Belege dafür, dass es sich um ehemals terrestrische Quellen handle. Aber «neue Beweise für Leben dort liefern sie nicht; die Gas-Bläschen, die sie finden, könnten auch abiotischen Ursprungs sein», gab er zu bedenken.

Extrem schwierige Beurteilung

Wann und wo das Leben auf der Erde entstand, ist bislang nicht genau bekannt. Kürzlich berichteten Wissenschafter im Fachblatt «Nature», die bislang ältesten fossilen Spuren von Mikroorganismen entdeckt zu haben.

Als solche hatten sie faden- und röhrenförmige Strukturen in mindestens 3,7 Milliarden Jahre altem Gestein aus dem nördlichen Kanada interpretiert. Das Gestein ging ebenfalls auf Ablagerungen von hydrothermalen Quellen zurück, allerdings von unterseeischen.

Auch in Grönland hatten Forscher ähnlich alte Spuren entdeckt. Allerdings ist die Beurteilung solcher Gesteinsspuren grundsätzlich sehr schwierig. Sie können etwa auf die Aktivität von Mikroorganismen zurückgehen, können aber auch ohne biologische Aktivität entstehen.

(sda/gku)

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