Der wegen Mordes angeklagte südafrikanische Sprintstar Oscar Pistorius will sein Haus verkaufen, in dem er vor einem Jahr seine Freundin erschoss. Vom Erlös wolle sein Mandant die steigenden Kosten für das Verfahren abdecken, erklärte Anwalt Brian Webber.

Pistorius reagiere damit auf die «unerwartete Verlängerung» des Prozesses. Berichten zufolge muss Pistorius für jeden Prozesstag umgerechnet 8150 Franken für drei Anwälte sowie verschiedene Experten und Gutachter bezahlen.

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Haus nicht mehr betreten

Das Anwesen liegt in einer gesicherten Wohnanlage am Rande der Hauptstadt Pretoria und soll etwa gut 400'000 Franken wert sein. Pistorius, der nach der Tat zu seinem Onkel zog, hat das Haus seit dem Vorfall nicht mehr betreten.

Die mit dem Verkauf betraute Immobilienmaklerin Ansie Louw sagte der Nachrichtenagentur AFP, das Haus werde an den meistbietenden Interessenten versteigert.

Möglich sind 25 Jahre Haft

Pistorius muss sich seit Anfang März vor Gericht verantworten. Der unterhalb der Knie amputierte Sprintstar hatte seine Freundin Reeva Steenkamp in der Nacht zum Valentinstag vergangenen Jahres durch die geschlossene Toilettentür seines Hauses erschossen. Er beteuert, Steenkamp für einen Einbrecher gehalten zu haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 27-Jährigen hingegen vor, Steenkamp nach einem Streit vorsätzlich getötet zu haben. Der Prozess wird am Montag fortgesetzt.

Sollte Pistorius wegen Mordes schuldig gesprochen werden, drohen ihm 25 Jahre im Gefängnis und das abrupte Ende seiner bisher so schillernden Karriere. Als «schnellster Mann ohne Beine» wurde er von Millionen weltweit bewundert und von Luxusmarken als Werbepartner umworben.

(sda/dbe/chb)