Papst Franziskus ist am Samstagnachmittag nach einem kurzen Besuch auf der griechischen Ägäis-Insel Lesbos nach Rom abgeflogen. Er nahm drei Flüchtlingsfamilien aus Syrien mit, darunter sechs Kinder. Den Abflug seines Flugzeugs übertrug das griechische Fernsehen (ERT).

Gemeinsam mit dem griechisch-orthodoxen Patriarchen Bartholomaios I. und dem orthodoxen Erzbischof Hieronymus II. hatte der Pontifex Hunderte Asylsuchende getroffen. Im Aufnahmelager von Moria ass der 79-jährige Argentinier mit acht von ihnen zu Mittag.

Erklärung zum Schutz von Flüchtlingen

Zudem unterzeichneten die drei Kirchenführer eine gemeinsame Erklärung für den Schutz der Flüchtlinge. Sie beteten ausserdem für Menschen, die auf der Flucht ihr Leben in der Ägäis verloren haben.

«Wir hoffen, dass unsere Initiative politisch genutzt wird, um einen Zweck zu erreichen: Das Problem, das wir zur Zeit haben, zu internationalisieren», hatte Erzbischof Hieronymus II. bei seiner Ankunft auf Lesbos am Freitag gesagt. «Denn es ist nicht ein Problem der Griechen sondern Europas und der ganzen Welt».

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7000 Menschen täglich

Lesbos ist in den vergangenen Monaten besonders stark von der Flüchtlingskrise betroffen gewesen, zwischenzeitlich landeten täglich mehr als 7000 Menschen an den Stränden und felsigen Ufern der Ägäis-Insel.

Inzwischen leben dort noch etwa 4100 Flüchtlinge, die meisten von ihnen sollen laut EU-Türkei-Pakt in die Türkei zurückgebracht werden. Etwa 3000 Menschen sind derzeit im «Hotspot» Moria untergebracht, den Papst Franziskus besuchen wird. 250 Flüchtlinge soll das katholische Kirchenoberhaupt, das für seine ungewöhnlichen Gesten bekannt ist, auch persönlich begrüssen.

Wiederholtes Engagement

Seit seinem Amtsantritt im März 2013 hat sich Papst Franziskus immer wieder für die Flüchtlinge eingesetzt und Europa zu mehr Engagement und Solidarität aufgerufen. Nur wenige Monate nach seinem Amtsantritt besuchte der 79-Jährige die italienische Insel Lampedusa, zuletzt wusch er in Rom am Gründonnerstag mehreren Flüchtlingen die Füsse.

Italiens Regierungschef Matteo Renzi lobte die 13. Auslandsreise des Papstes als «einfache aber starke Geste». Wie Griechenland fühlt sich auch Italien in der Flüchtlingskrise von den anderen EU-Staaten häufig allein gelassen.

(sda/me)