Im Prozess gegen den südafrikanischen Sprinter-Star Oscar Pistorius hat Staatsanwalt Gerrie Nel mit seinem abschliessenden Plädoyer begonnen. Er will das Gericht in Pretoria noch einmal davon überzeugen, dass der beinamputierte Sportler in der Nacht zum Valentinstag 2013 seine Freundin Reeva Steenkamp vorsätzlich erschossen hatte.

Der heute 27-jährige Pistorius hat stets beteuert, dass es sich um einen tragischen Irrtum gehandelt habe; er habe hinter der geschlossenen Badzimmertür einen Einbrecher vermutet. Sein Verteidiger Barry Roux soll an diesem Freitag sein Plädoyer halten.

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Bis zum Schluss war es ein Indizienprozess

Im Gerichtssaal waren auch Steenkamps Eltern. Der Vater Barry Steenkamp war zum ersten Mal im Prozess dabei. Er hatte im Januar einen Schlaganfall erlitten. Pistorius beobachtete Nels Ausführungen mit ernstem und betroffenem Gesicht.

Es wird erwartet, dass beide Juristen mit rhetorischer Finesse versuchen werden, Richterin Thokozile Masipa von ihrer jeweiligen Version zu überzeugen. 39 Prozesstage und 36 Zeugenverhöre konnten letztlich nicht klären, was in der Tatnacht in Pistorius' Villa in Pretoria wirklich geschah.

Bei ihrem für Ende August erwarteten Urteil muss sich die Richterin deshalb vor allem auf Indizien und die Glaubwürdigkeit der Zeugen verlassen. Wird Pistorius des Mordes schuldig befunden, droht ihm eine lebenslange Haftstrafe.

(sda/me/ama)