Die Einladung Roman Polanskis ans Festival del film Locarno hatte bei einigen Politikern und Organisationen im Tessin für Aussehen gesorgt. Nun hat der polnische Regisseur sich entschieden, nicht am Festival aufzutreten, wie er in einem Brief an die Festivalleitung mitteilte.

Er habe festgestellt, dass sein geplantes Erscheinen bei «gewissen Personen, deren Haltung ich respektiere, zu Spannungen und Kontroversen führt», erklärte Polanski in seinem Brief, wie die Organisatoren am Dienstag in einem Communiqué schrieben. Er bedauere seine Absage, so der Regisseur («Rosemary's Baby»).

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Konservative Politiker mit heftiger Kritik

Die Festivalleitung um den künstlerischen Direktor Carlo Chatrian fand in ihrer Mitteilung drastische Worte: «Wiederholte inakzeptable Einmischungen in künstlerische Entscheidungen des Festivals» hätten zu Polanskis Absage geführt. In einem Video sagte Chatrian, er respektiere jedoch Polanskis Entscheidung. Der Regisseur hätte am Donnerstagabend und am Freitagnachmittag in Locarno auftreten sollen.

Polanski war in den 1970er Jahren in den USA wegen Missbrauchs einer Minderjährigen angeklagt. Vor allem Tessiner Politiker aus dem konservativen Lager kritisierten das Festival heftig dafür, den polnischen Regisseur eingeladen zu haben.

(sda/vst/ama)