Ein erst vor zwei Jahren eröffneter Flughafen in Sri Lanka dient den Bauern der Umgebung künftig als Reislager. Die erste Ladung der diesjährigen Ernte...

Ein erst vor zwei Jahren eröffneter Flughafen in Sri Lanka dient den Bauern der Umgebung künftig als Reislager. Die erste Ladung der diesjährigen Ernte wurde am Mittwoch in einem Frachtterminal des mehr als 100 Millionen Euro teuren Prestigebaus abgeladen.

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Gefährlicher Anflug

Dadurch sollen die Verluste des «Rajapakse International Airport» bei der abgelegenen Kleinstadt Hambantota im Süden des Inselstaats eingedämmt werden.

Sri Lankas Ex-Präsident Mahinda Rajapakse hatte das Projekt in seinem Wahldistrikt vorangetrieben. Doch der Flughafen wurde unter einer Wanderroute für Vögel gebaut und war schon kurz nach der Eröffnung berühmt-berüchtigt für Zusammenstösse zwischen Tier und Maschine. Airlines mieden ihn fortan, einzig die Billigfluglinie Flydubai bringt wöchentlich noch eine Handvoll Passagiere nach Hambantota.

Segen für Bauern

Für die Reisbauern der Region ist der nahezu leere Gebäudekomplex ein Segen: Nach einer Rekordernte haben sie kaum Lagerplatz übrig. Laut Polizeiangaben protestierten Dutzende der 550 Flughafenmitarbeiter gegen die erste Reislieferung, um Loyalität gegenüber Rajapakse zu zeigen. «Sie sollten froh sein, dass dort wenigstens Lastwagen halten, um den Flughafen existenzfähig zu machen», sagte ein leitender Polizeibeamter.

Der 69-jährige Rajapakse war von 2005 bis zur Wahlniederlage gegen Maithripala Sirisena im Januar dieses Jahres Präsident von Sri Lanka. Der Flughafen war nicht sein einziges Prestigeobjekt: in Hambantota liess er auch einen Tiefseehafen und ein Cricketstadion bauen. Kritiker warfen ihm vor, bei seinen Infrastrukturprojekten Machbarkeitsstudien und Umweltwarnungen ignoriert zu haben.

(sda/mbü)