Der Prozess gegen den Kapitän des verunglückten Kreuzfahrtschiffs «Costa Concordia» ist kurz nach seinem Beginn vertagt worden. Das Gericht im italienischen Grosseto legte am Dienstag als neuen Verhandlungstermin den 17. Juli fest.

Kapitän Francesco Schettino ist wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung, Verursachung von Umweltschäden und Verlassens eines Schiffes in Seenot angeklagt.

Mindestens 400 Millionen Dollar

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Die Bergung des havarierten Schiffs vor der italienischen Toskana-Insel Giglio ist ein Mammutprojekt, das voraussichtlich mindestens 400 Millionen Dollar kosten wird. Seit dem Kentern des Kreuzfahrtriesen vor rund 18 Monaten arbeiten Techniker und Ingenieure auf Hochtouren an der Bergung.

Den Plänen zufolge soll der 290-Meter-Koloss voraussichtlich Anfang September aufgerichtet und dann in einen nahe gelegenen Hafen geschleppt werden. Rund 500 Arbeiter und 30 Schiffe sind nach Angaben der Bergungsteams momentan im Einsatz.

Plattformen im Meeresboden verankert

Bislang haben sie sechs Plattformen um das Wrack des Schiffes, das noch immer halb versunken vor der Insel Giglio liegt, installiert. Die Plattformen sind mit mehreren Pfeilern tief im Meeresboden verankert.

Sie sollen das Schiff stützen, wenn es aufgerichtet wird. Die grössten Plattformen sind 1000 Tonnen schwer, 32 Meter lang und 22 Meter hoch.

Am Schiff werden dann grosse Tanks angebracht, die mit Stahlketten mit den Unterwasser-Plattformen verbunden werden und die «Concordia» im Schneckentempo hochziehen sollen. Die Bergungsaktion ist nach Angaben der beteiligten Firmen extrem kompliziert und bislang weltweit einzigartig.

(vst/sda)