Skrupellose Schatzjäger haben in Indien das meterhohe Tor eines jahrhundertealten Tempels zerstört. Die Täter waren offenbar gemäss eines Volksglaubens davon ausgegangen, dass unter den Fundamenten ein Schatz versteckt sei.

Die Täter hätten am Samstag eine der vier Säulen des gut viereinhalb Meter hohen Eingangstores in den Ruinen von Hampi freigelegt und versucht, diese anzuheben, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. So sei das Tor zum Einsturz gebracht worden.

Die Polizei habe zwei Teams gebildet, um nach den Schuldigen zu fahnden, sagte der Sprecher. Die staatliche Archäologiebehörde prüfte derweil, ob tatsächlich Schätze wie Gold- oder Silbermünzen unter dem Tor versteckt waren, wie es der Volksglaube besagt. Etwa ein Dutzend Sicherheitsleute bewachte das niedergerissene Bauwerk.

Die Ruinen von Hampi aus dem 16. Jahrhundert befinden sich am Ufer des Tungabhadra-Flusses, 350 Kilometer von Bangalore, der Hauptstadt des südindischen Bundesstaates Karnataka, entfernt. 1986 wurde die archäologische Stätte wegen ihrer Grösse und der beeindruckenden Architektur zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt.

Die Ruinen sind eine Attraktion für Touristen sowie für Pilger und Historiker. Hampi war einst das Machtzentrum des Vijayanagara-Reiches, das vom 14. bis zum 16. Jahrhundert da wohlhabendste und mächtigeste Hindu-Königreich im Süden Indiens war.

(tno/laf/sda)