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Terror
«Scherz» verschafft 640'000 Schulkindern freien Tag

Terroralarm an US-Schulen: Los Angeles reagiert panisch, New York bleibt cool. Reuters

Wegen einer Anschlagsdrohung blieben am Dienstag in Los Angeles 900 Schulen geschlossen. Offenbar handelte es sich dabei um einen schlechten Scherz um den Schulbetrieb zu stören. Nun hagelt es Kritik.

Veröffentlicht am 16.12.2015

Die Anschlagsdrohung gegen Schulen in Los Angeles war offenbar nicht echt. Zwar dauern die Ermittlungen noch an, doch der ranghöchste Demokrat im Geheimdienstausschuss des Abgeordnetenhauses, Adam Schiff, am Dienstagabend sprach bereits von einem «Scherz». «Einer vorläufigen Bewertung zufolge war es ein Scherz, um Schulbezirke in grossen Städten zu stören», schrieb Schiff auf Twitter mit. In New York, wo es nach Angaben der Polizei eine fast identische Drohung gegeben hatte, war diese als nicht glaubwürdig eingestuft worden.

New Yorker Polizeichef William Bratton bezeichnete die Massnahmen in Los Angeles als «Überreaktion» und warnte vor Panikmache. Dort sollten alle 900 Schulen nach möglichen Sprengsätzen oder Waffen durchsucht werden. In Los Angeles waren am Dienstag rund 640'000 Schüler vom Vorschulalter bis zur zwölften Jahrgangsstufe noch vor Unterrichtsbeginn aufgefordert worden, nicht zum Unterricht zu kommen. Wer bereits auf dem Weg war, wurde beim Eintreffen in der Schule wieder nach Hause geschickt.

IP-Adresse in Frankfurt

Die Schulen in Los Angeles sollen am Mittwoch aber wieder öffnen. Das teilte der Leiter der Schulaufsicht, Ramon Cortines, mit.  Nach Angaben der Schulbehörde wurde die E-Mail von einem Computer gesendet, dessen IP-Adresse in Frankfurt angesiedelt sein soll. Der Vorsitzende des Innenausschusses im Repräsentantenhaus, Michael McCall, erklärte, der elektronische Pfad werde nach Europa verfolgt. Auch die New Yorker Drohung stammte aus dem Ausland.

Der Autor der E-Mail habe sich als Dschihadist ausgegeben und mit dem Einsatz von Nervengas gedroht, sagte der kalifornische Parlamentarier Brad Sherman dem US-Sender CNN. Von 32 Komplizen sei die Rede. Sherman zog die Glaubwürdigkeit der E-Mail in Zweifel. Sie habe Tippfehler enthalten und einen «pornografischen Bezug zu einem Körperteil», den Dschihadisten eher nicht herstellen würden.

San Bernardino macht Angst

Der Leiter der Schulbehörde rechtfertigte sein Vorgehen. «Ich glaube, es ist wichtig, diese Vorsichtsmassnahmen zu treffen, wenn man bedenkt, was kürzlich passiert ist», sagte Cortines. Im kalifornischen San Bernardino, nur eine gute Autostunde von Los Angeles entfernt, waren vor zwei Wochen bei einer Attacke auf eine öffentliche Einrichtung 14 Menschen sowie die beiden Angreifer getötet worden. Das FBI hatte den Angriff als Terrorakt gewertet.

(sda/gku)

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