Schumacher wurde gemäss den behandelnden Ärzten in der Nacht auf Dienstag ein zweites Mal operiert. Diesmal wurde ein Bluterguss aus dem Gehirn entfernt. Schumacher, der bei dem Skiunfall am Sonntag ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatte, sei «nicht ausser Gefahr», warnten die Ärzte der Klinik in Grenoble. Sein Gesundheitszustand sei weiterhin «kritisch» und «unbeständig».

Doch habe sich eine «vorübergehende Besserung» am Montagnachmittag ergeben, welche die zweite Operation möglich gemacht habe. Bei dem rund zweistündigen Eingriff sei ein Bluterguss aus der rechten Gehirnseite entfernt worden. Zuvor sei es unmöglich gewesen, diesen Bluterguss herauszuoperieren, sagte der Chef der Neurochirurgie, Emmanuel Gay. Durch die bei einer Computertomographie sichtbare «Besserung» seien die Ärzte sogar «ein bisschen überrascht» gewesen.

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Lage «besser unter Kontrolle»

Eine Kontrolluntersuchung am Dienstagmorgen ergab, dass die Operation «zufriedenstellend» verlaufen sei, sagte der Leiter der Intensivstation, Jean-François Payen. «Die Lage ist besser unter Kontrolle» als am Montag, fügte er hinzu. Zugleich hob er hervor: «Wir können nicht sagen, dass er ausser Gefahr ist, aber wir haben Zeit gewonnen.» Die Ärzte wollten wie am Montag keine Aussage zum weiteren Verlauf treffen. Schumacher liegt nach wie vor im künstlichen Koma und seine Körpertemperatur wird heruntergekühlt, um das Gehirn zu entlasten. Die Ärzte verwiesen auf weitere Blutergüsse und Verletzungen im Kopf.  Eine Verlegung des Patienten, dessen Familie bei ihm in Grenoble ausharrt und der zweiten Operation zugestimmt hatte, wäre derzeit demnach gefährlich.

Schumacher war am Sonntagvormittag im französischen Skigebiet Méribel in Savoyen gestürzt, als er mit seinem 14-jährigen Sohn abseits der Piste unterwegs war. Er prallte mit der rechten Seite seines Kopfes auf einen Felsen. Die Ärzte stellten Blutergüsse im Schädelinneren, Gehirnprellungen und Schwellungen im Gehirn fest, Schumacher musste sofort operiert werden, um einen Bluterguss zwischen Schädeldecke und Gehirn zu entfernen. Der siebenfache Formel-1-Weltmeister trug bei dem Unfall einen Helm, der ihm nach Aussagen der Ärzte vom Montag das Leben rettete. Der Helm zerbrach aber durch die Wucht des Aufpralls «in zwei Teile», wie die Nachrichtenagentur AFP aus Ermittlerkreisen erfuhr.

Mit dem Kopf auf einen Felsen geprallt

Der Neurochirurg und Schumacher-Freund Gérard Saillant, der seit Sonntag ebenfalls in Grenoble ist, warnte vor zu viel Optimismus. «Man darf sich nicht sagen: Es ist geschafft», hob er bei der Pressekonferenz mit den Ärzten hervor. Es gebe Höhen und Tiefen und «es ist ein bisschen besser als gestern», sagte er. Saillant fügte hinzu: «Aber man muss realistisch bleiben.»

Schumacher, der mit seiner Frau und seinen beiden Kindern im Kanton Waadt lebt, besitzt in dem französischen Skiressort ein Ferienhaus. Er zählt zu den erfolgreichsten Formel-1-Piloten aller Zeiten. Neben seinen sieben Weltmeister-Titeln weist seine Bilanz 91 Grand-Prix-Siege auf. Ende 2006 zog er sich aus dem Rennsport zunächst zurück, bevor er sich vergangenes Jahr nach einem wenig erfolgreichen dreijährigen Comeback endgültig aus der Formel 1 verabschiedete.

(sda/se)

 

 
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