«Exklusiv! Erstes Foto nach dem Unfall: So erwischte es Schumi», prahlt das Februar-Cover der «Titanic». Die Macher des deutschen Satire-Magazins loten damit einmal mehr sämtliche Grenzen des guten Geschmacks aus, ist auf dem Bild doch ein Porträt des Österreichers Niki Lauda zu sehen (siehe unten).

«Das Cover ist eine bodenlose Frechheit», wird Lauda von der österreichischen Zeitung «Heute» zitiert. Die Titanic-Macher vergleichen den siebenfachen Formel-1-Weltmeister Schumacher, der nach einem schweren Skiunfall noch immer im Koma liegt, mit Lauda, der 1976 bei einem Rennunfall auf dem Nürburgring schwere Verbrennungen erlitten hatte.

Familie äussert sich noch nicht

Österreichs Formel-1-Legende sei erschüttert über die Provokation: «Absolut indiskutabel und völlig pietätlos. Wer bitte druckt so einen Schwachsinn?» Auf dem Bild posiert Lauda mit der Kappe der in Schwyz domizilierten Oerlikon – eine Sponsoring-Zusammenarbeit, die notabene im Ende 2010 beendet worden war. 

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Die Geschmacklosigkeit gehe laut «Heute» im Innern der «Titanic» weiter: So sei eine Anleitung zu finden, wie Eltern ihren Kindern Schumachers Skiunfall «mit Spiel und Spass» erklären könnten. Als Extra werde der schwer verletzte Schumacher mit Helm-Puzzle, Fehlersuchbild- und Labyrinth-Rätsel verhöhnt.

Laut der Zeitung «Die Presse» habe sich Schumachers Familie noch nicht geäussert. Seit der Gründung 1979 sind bereits 35 Ausgaben der Zeitung verboten worden. 

(vst)