Nabelschweine - auch Pekaris genannt - können im Regenwald von Französisch Guyana die Fortpflanzung von Pfeilgiftfröschen ankurbeln. Die Frösche nutzen die von den Pekaris hinterlassenen Tümpel als Kinderzimmer.

Diesen indirekt verursachten Babyboom wiesen Forscher der Universität Wien nun in einem Feldexperiment nach. Sie berichten darüber im Fachblatt «Behavioral Ecology».

Stehende Gewässer benötigt

Pfeilgiftfrösche der Art «Allobates femoralis» legen ihre Eier an Land auf Laub ab, wo sich der Nachwuchs über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen entwickelt. Erst dann tragen die etwa zwei Zentimeter kleinen und zwei Gramm leichten Männchen die Kaulquappen huckepack ins Wasser.

Dafür benötigen sie stehende Gewässer, die zum Teil von anderen Tieren erzeugt werden. Tümpel und Pfützen seien eine limitierte Ressource, erklärt Eva Ringler vom Department für Integrative Zoologie und Kognitionsbiologie der Uni Wien. Pekaris suchen im Boden nach Nahrung und hinterlassen dabei solche Tümpel.

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Elternschaftsanalysen

Im etwa fünf Hektar grossen Forschungsareal gibt es jedoch keine Pekaris. Deshalb gruben die Forscher 30 zusätzliche Wasserstellen. In den beiden Jahren nach dieser Manipulation des Lebensraums verdoppelte sich die Anzahl der Frösche in dem Gebiet nahezu.

Mittels Elternschaftsanalysen wiesen die Forscher nach, wo dieses Plus an Individuen herkommt: Offenbar vermehren sich die bereits ansässigen Tiere stärker, erklärte Ringler der Nachrichtenagentur APA. Für den Schutz von bedrohten Tierarten bedeute dies, dass man ganze Artengemeinschaften und Ökosysteme betrachten müsse statt einzelner Arten.

(sda/tno/ama)