Dass der bekannten US-Talkmasterin Oprah Winfrey in einer Zürcher Boutique der Kauf einer teuren Tasche verwehrt wurde, hat der Schweiz weltweite Negativschlagzeilen beschert. Und ist als «Täschligate» im Netz heiss diskutiertes Gesprächsthema. 

Und als ob das noch nicht schon genug wäre, wird der Schweiz für das Rayonverbot für Asylbewerber in Bremgarten – darunter auch der Besuch in der Kirche oder der Badeanstalt – Rassismus und ein «PR-Desaster» vorgeworfen. 

Entschuldigung auf Twitter

Diese Vorfälle sind nun Schweiz Tourismus aber so peinlich, dass der Dachverband versucht, die Wogen auf Twitter zu glätten. «Wir schäumen vor Wut – diese Person handelte völlig falsch. Wir entschuldigen uns für das, was Oprah passierte.»

Darüber hinaus sah sich Schweiz Tourismus auf der Social Media Plattform dazu genötigt, für die politische Entscheidung im Falle des Asylzentrums in Bremgarten Stellung zu beziehen. «Wir möchten uns aufrichtig dafür entschuldigen, wenn sich jemand aufgrund dieser politischen Entscheidung in seinen Gefühlen verletzt fühlt.» 

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— Schweiz Tourismus (@MySwitzerland_d) August 8, 2013

Die offensive Kommunikation von Schweiz Tourismus – deren Auftrag darin besteht, die touristische Nachfrage nach der Schweiz als Reise-, Ferien- und Kongressland sowohl im Inland wie auch im Ausland zu fördern – in politischen Fragen erstaunt, zumal die Mitgliederbeiträge des Dachverbandes zu über 90 Prozent von der Schweizerischen Eidgenossenschaft stammen. 

Hauptaufgabe ist dabei die Entwicklung von qualitativ hochstehenden Marketingprogrammen zur Stimulierung der Nachfrage und die Umsetzung dieser Programme auf aktuell 34 internationalen Märkten.

Zu diesen Basisaktivitäten gehört unter anderem der Webauftritt «MySwitzerland.com», in den derzeit rund fünf Prozent des gesamten Budgets fliessen.

Schweiz Tourismus wollte zum Interessenkonflikt keine Stellung nehmen – und wiederholt zum Fall Winfrey und zur Asylunterkunft lediglich die gemachten Äusserungen auf Twitter: «Wir bringen unser Bedauern zum Ausdruck, wenn Gefühle von unseren Gästen oder Kunden verletzt wurden. Das ist nie in unserem Sinne.»

Vorsicht bei Zürich Tourismus

Im Gegensatz zu Schweiz Tourismus versucht sich Zürich Tourismus im Gespräch mit handelszeitung.ch nicht politisch aus dem Fenster zu lehnen. Nichtsdestotrotz bedauert der Verband «diesen oder aber auch andere solche Vorfälle sehr». 

Allerdings hält der Verband fest: «Zürich Tourismus bedauert diesen Vorfall selbstverständlich. Schliesslich ist Zürich als gastfreundliche und weltoffene Stadt weltweit bekannt». Solche Vorfälle wie mit Oprah Winfrey seien natürlich nicht förderlich für dieses Image. 

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