Die Schweizer Schüler bleiben in Mathe spitze: Sie haben in der jüngsten PISA-Studie besser abgeschnitten als ihre gleichaltrigen Kollegen aus den meisten anderen OECD-Ländern. Weitere Fortschritte haben die Schweizer Jugendlichen beim Lesen gemacht.

Bei den Grundkompetenzen im Lesen ergab sich für die Schweiz ein Mittelwert von 509 Punkten. Damit liegt sie wie bereits vor drei Jahren unter den zwölf besten von insgesamt 34 OECD-Ländern. Dies geht aus der jüngsten PISA-Studie hervor, die im vergangenen Jahr durchgeführt und publiziert wurde. Beim letzten internationalen Vergleich im Jahr 2009 hatten die Schweizer Schüler beim Lesen noch 501 Punkte erreicht.

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Für den neuen Präsidenten der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), Christoph Eymann, ist der positive Trend beim Lesen «erfreulich». Ein Grund für die kontinuierliche Verbesserung der Lesefähigkeit seit dem ersten PISA-Test im Jahr 2000 sei in der zunehmenden Einwanderung von gut qualifizierten Personen zu suchen, sagte Eymann bei einer Medienkonferenz in Bern.

«PISA-Schock» hat Impuls gesetzt

Die Schüler mit Migrationshintergrund der ersten Generation kommen dadurch heute aus sozial privilegierten Haushalten als noch vor zwölf Jahren, wie das Konsortium PISA.ch vor den Medien festhielt. Damals hatten die Schweizer Jugendlichen bei der Lesefähigkeit relativ schlecht abgeschnitten. Der Umstand, dass beim ersten internationalen Vergleich einer von fünf Jugendlichen in der Schweiz kaum einen einfachen Text verstand, löste einen eigentlichen «PISA-Schock» aus.

Die erste PISA-Studie habe einen starken Impuls gesetzt, sagte der EDK-Generalsekretär Hans Ambühl. Danach seien viele Förderprogramme gestartet worden. Diese hätten zusammen mit der veränderten Zusammensetzung der Schülerschaft zum besseren Abschneiden beim Lesen geführt. Markant verkleinert hat sich der Anteil der Schüler, die gemäss der Einteilung von PISA beim Lesen als leistungsschwach gelten: 2000 waren es 20,4 Prozent der Schweizer Jugendlichen, 2012 noch 13,7 Prozent.

Spitze in Mathe

Gewohnt stark haben die 15-Jährigen Schweizerinnen und Schweizer im jüngsten PISA-Test in Mathe abgeschnitten. Der OECD-Mittelwert liegt bei 494 Punkten. Die Schweiz erreichte einen Mittelwert von 531 Punkte. Dieser liegt zwar leicht tiefer als bei der letzten Untersuchung drei Jahre zuvor (534). Von den OECD-Ländern aber erreichten nur Südkorea und Japan eine bessere Punktezahl. Bereits vor drei Jahren lagen die Schweizer Schüler auf Platz 3, damals noch hinter den Südkoreanern und den Finnen.

«Diese Konstanz in Mathe ist bemerkenswert», sagte EDK-Präsident Eymann vor den Medien. Das Ergebnis sei aber kein Grund für übertriebenen Jubel, denn das Beispiel Finnland zeige, dass es schnell abwärts gehen könne. Weil der Schwerpunkt bei PISA 2012 auf der Mathematik lag, wurde dieser Kompetenzbereich genauer untersucht. Dabei zeigte sich, dass die Schweizer Schüler insbesondere im Bereich «Raum und Form» stark sind. Bei der «Wahrscheinlichkeit und Statistik» hingegen lag der Mittelwert deutlich unter jenem des ganzen Bereichs Mathematik.

Naturwissenschaften: Top Zwölf

Bei den Naturwissenschaften schnitt die Schweiz mit 515 Punkten im Vergleich zu 2009 (517 Punkte) leicht schlechter ab - sie rangiert damit aber auch hier immer noch unter den zwölf besten von 34 OECD-Mitgliedsstaaten. In der Schweiz wurden für die fünfte PISA-Studie über 11'000 Jugendliche im Alter von 15 Jahren getestet. Dazu kamen rund 9000 Jugendlichen aus den kantonalen Stichproben.

Beim nächsten PISA-Test werde die Schweizer Stichprobe nur noch 6000 Schüler umfassen, kündigte EDK-Präsident Eymann an. Dafür wollen die Erziehungsdirektoren in drei Jahren erstmals die Erreichung der nationalen Bildungsziele mit Stichproben überprüfen. Unangefochtene Spitzenreiter im Vergleich der Schüler aus 65 Ländern waren im auch dieses Mal jene aus Asien. Die zu China gehörende Hafenstadt Schanghai, der Stadtstaat Singapur sowie die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong belegten in allen Kategorien die drei ersten Plätze.

(sda/muv)