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Unglück
Sieben Tote bei Zugunglück in Frankreich

Entgleisung mitten im Bahnhof. (Bild: Twitter/@belkiess)

Bei einem Zugunglück in Frankreich sind acht Menschen ums Leben gekommen. Das berichtete der Nachrichtensender BFM TV unter Berufung auf die Polizei.

Veröffentlicht am 12.07.2013

Die Reise ins Wochenende endet kurz hinter Paris in einer Katastrophe: Bei einem schweren Zugunglück kommen am Freitagnachmittag südlich der französischen Hauptstadt mindestens sieben Menschen ums Leben, Dutzende weitere werden verletzt.

Der Zug auf dem Weg in das knapp 400 Kilometer südlich von Paris gelegene Limoges entgleist im Bahnhof Brétigny-sur-Orge, die Bilder vom Unglücksort sind erschütternd: Ein Zugwagen liegt über dem Bahnsteig, die Überdachung am Gleis hat er niedergerissen. Aus einem anderen liegenden Wagen steigt Rauch auf.

«Alle laufen wie wild in alle Richtungen. Es herrscht Panik. Das ist ein apokalyptischer Anblick», sagte der erschütterte Bürgermeister von Brétigny-sur-Orge, Bernard Decaux. Dutzende Feuerwagen und Polizeifahrzeuge rasen zur Unglücksstelle, das gesamte Viertel um den Bahnhof ist abgesperrt.

Innenminister Manuel Valls weist darauf hin, die Zahl der Toten und Verletzten könne zu jedem Zeitpunkt weiter ansteigen. Der Präfekt spricht von zwölf Schwerverletzten, darunter neun mit lebensgefährlichen Verletzungen. Die Zuglinien Richtung Süden vom Pariser Bahnhof Austerlitz werden gesperrt.

Ursache unbekannt

Unklar ist zunächst, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Nach Angaben eines Polizisten wurde der Zug in zwei Teile gerissen, als er mit hoher Geschwindigkeit in den Bahnhof einfuhr. «Ein Teil des Zuges ist weiter gerollt, der andere ist auf dem Bahnsteig auf die Seite gestürzt.»

Bürgermeister Decaux sagt, drei Zugwaggons seien vor dem Bahnhof ineinandergeschoben. Nach Angaben des Chefs der staatlichen Eisenbahngesellschaft SNCF, Guillaume Pépy, entgleisten alle sechs Waggons des Zuges.

Ein SNCF-Mitarbeiter sagt, es handle sich nicht um einen Zusammenstoss zweier Züge und «nicht um ein Geschwindigkeitsproblem». Er muss aber einräumen, bislang habe die SNCF «keine Ahnung, was passiert ist».

Rund 370 Insassen

Die Behörden rufen den «roten Notfallplan» aus, der aktiviert wird, wenn mit einer grossen Zahl von Opfern zu rechnen ist. Den Tränen nahe spricht Pépy den Opfern und ihren Familien sein Beileid aus. «Zugkatastrophen sind etwas, das alle erschüttert.»

Nach Angaben von Pépy befanden sich an Bord des Zuges rund 370 Reisende. Der Zug sollte nicht nur viele Menschen ins Wochenende fahren, dieser Freitag war auch der Auftakt für die zweite Woche der Sommerferien. Die Ferienfreude in Frankreich wird durch das schwere Zugunglück von Brétigny-sur-Orge überschattet.

(tke/muv/sda)

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