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Nötigung
Silvester in Zürich: Parallelen zur Schandnacht von Köln

Silvesterfeuerwerk in Zürich: Zahlreiche Frauen wurden am Abend sexuell belästigt. Keystone

Zürich hat seine eigene Schandnacht: Die Staatsanwaltschaft ermittelt in elf Fällen wegen sexueller Nötigung und Belästigung. Mehr Fälle sollen noch dazukommen.

Veröffentlicht am 09.02.2016

Am Zürcher Silvesterzauber sind mindestens elf Frauen bestohlen und teilweise massiv sexuell bedrängt worden. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen sexueller Nötigung sowie sexueller Belästigung aufgenommen. Es dürften noch mehr Fälle dazu kommen.

Im Nachgang zum Silvesterzauber am Zürcher Seebecken wurden rund zwei Dutzend Diebstähle angezeigt. Im Zuge der Abklärungen zeigte sich, dass es bei einigen dieser Fälle auch zu sexuellen Belästigungen gekommen ist.

Parallelen zu Köln

Die betroffenen Frauen schilderten, sie seien einerseits bestohlen und dabei gleichzeitig über den Kleidern sexuell belästigt worden, wie die Stadtpolizei Zürich Anfang Januar schrieb. Sie gaben an, sie seien in der Menschenmenge von mehreren Männern mit dunklerer Hautfarbe angegangen worden.

Die Schilderungen der Frauen zu den Übergriffen ähnelten jenen aus Köln, weshalb die Polizei betroffene Frauen öffentlich dazu aufrief, sich zu melden.

Noch keine Verhaftungen

Inzwischen sind bei elf betroffenen Frauen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft im Gang. Der zuständige Staatsanwalt, Daniel Kloiber, bestätigte am Dienstag eine entsprechende Meldung der «NZZ». Die mutmasslichen Opfer sind zwischen 14 und 27 Jahre alt. Täter konnten bisher noch keine verhaftet werden.

Gemäss Kloiber wird sich die Zahl der Fälle wohl noch erhöhen. Es seien noch Abklärungen der Stadtpolizei im Gang, sagte er der Nachrichtenagentur sda. An der Festmeile rund um das Seebecken hatten sich nach Angaben der Organisatoren rund 120'000 Besucherinnen und Besucher zur «grössten Silvesterparty der Schweiz» versammelt.

(sda/ise/ama)

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