Die Nasa-Sonde «New Horizons» hat per Signal ihren erfolgreichen Vorbeiflug am Zwergplaneten Pluto bestätigt. Als das Signal in der Kontrollstation ankam, brach spontan Jubel und Applaus aus. «Wir haben ein gesundes Raumschiff», sagte Nasa-Managerin Alice Bowman, nachdem sie in der Kontrollstation die Daten der Sonde empfangen hatte. «Alles ist so, wie wir es geplant und geübt haben.» US-Präsident Barack Obama lobte den Vorbeiflug auf Twitter als «grossen Tag für Entdeckungen und amerikanische Führungsstärke».

Am Mittwoch-Abend veröffentlichte die Raumfahrtbehörde das erste Bild von Pluto in einer Nahaufnahme. Darauf zu sehen sind unter anderem junge Berge - eine Überraschung für die Forscher.

«New Horizons» hatte am Dienstag als erster irdischer Flugkörper den Pluto besucht. Die Sonde war bereits am Mittag am Zwergplaneten vorbeigerast. Weil der Flugkörper aber möglichst viel Zeit mit Datensammeln verbringen sollte, hatte die Nasa das erlösende Signal zur Bestätigung des erfolgreichen Vorbeiflugs erst für viele Stunden später programmiert.

Daten werden ab heute übertragen

Die gesammelten Daten sollen nun nach und nach an die Erde gesendet und ausgewertet werden. Ein erstes Sende-Zeitfenster stand dafür bereits am Mittwoch an. «Das wird mehrere Stunden dauern und dürfte sehr interessant werden - ein Wasserfall an Daten», sagte Nasa-Manager Allen Stern. Unter anderem erwarten die Wissenschaftler auch viele neue Fotos vom Pluto in bislang unerreichter Auflösung.

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Das «New Horizons»-Team habe Geschichte geschrieben, sagte auch Nasa-Manager John Grunsfeld. Die eigentliche Arbeit gehe jetzt aber erst los. «Noch haben wir gar nichts gesehen, das war erst der Anfang.»

Meilenstein der Raumfahrtgeschichte

Die 700 Millionen Dollar teure Mission gilt als Meilenstein der Raumfahrtgeschichte. «New Horizons» ist seit mehr als neun Jahren unterwegs und hat rund fünf Milliarden Kilometer zurückgelegt. Dem Pluto näherte sich die Sonde nun auf rund 12'000 Kilometer und untersuchte ihn mit sieben wissenschaftlichen Instrumenten, während sie mit 50'000 Kilometern pro Stunde vorbeiraste.

Der etwa minus 230 Grad kalte Pluto ist eine Art Eiszwerg, wie sie zu Zigtausenden bei der Entstehung des Sonnensystems übrig geblieben sind und seitdem den sogenannten Kuipergürtel bilden.

Asche des Entdeckers an Bord

Bislang haben Forscher nur fragmentarisches Wissen über Pluto, das vor allem von Bildern des Hubble-Weltraumteleskops stammt. Der Winzling, der mit einem Durchmesser von etwa 2300 Kilometern kleiner als der Erdenmond (3500 Kilometer) ist, soll nun erstmals kartographiert werden.

Nach dem Pluto-Besuch soll «New Horizons» (Neue Horizonte), die unter anderem zwei US-Münzen und einen kleinen Haufen Asche des 1997 gestorbenen Pluto-Entdeckers Tombaugh an Bord hat, nun noch tiefer in den Kuipergürtel hineinfliegen. Wie und wohin die Sonde genau gelangen soll, beraten die Nasa-Wissenschaftler noch.

(sda/gku)