Das Schweizer Solarflugzeug «Solar Impulse 2» ist am Samstag von der ostchinesischen Stadt Nanjing zu seinem Pazifik-Überflug in Richtung Hawaii abgehoben. Die Etappe ist mit geplanten fünf Tagen die längste auf der Weltumrundung des Flugzeugs.

Zuvor war der Start wegen ungünstigen Wetterbedingungen immer wieder verschoben worden.

Längste und gefährlichse Etappe

Im Vorfeld schrieb das Team von Solar Impulse auf seinem Twitter-Konto: «Das Wetter scheint gut zu sein. Versuch für #Flight7 mit Start in Nanjing um 18.00 GMT» (20.00 MEZ). Pilot für die siebte Etappe der geplanten Weltumrundung ist André Borschberg.

«Es wird der Flug meines Lebens sein», twitterte Borschberg am Samstag. Er spüre, dass der neue Versuch erfolgreich sein werde, doch er werde erst richtig daran glauben, wenn er tatsächlich starte.

Der Pazifik-Überflug ist mit geplanten fünf Tagen die längste (8172 km) und gefährlichste Etappe auf der Weltumrundung des Flugzeuges, das allein mit Sonnenenergie betrieben wird. Nie zuvor ist ein Solar-Flugzeug so weit an einem Stück geflogen.

Möglichkeiten der Solarkraft

Die Weltumrundung hatte Anfang März im Golfemirat Abu Dhabi begonnen und über Indien und den Himalaya nach Ostchina geführt. Insgesamt wird das Flugzeug 35'000 Kilometer zurückgelegt und zwei Ozeane überquert haben.

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Mit der Erdumrundung wollen Borschberg und der Luftfahrtpionier Bertrand Piccard die Möglichkeiten der Solarkraft aufzeigen. Auf den zwölf Etappen der Weltreise wechselt sich der erfahrene Pilot Borschberg jeweils mit seinem Kollegen Bertrand Piccard im Cockpit ab.

17'000 Solarzellen

Angetrieben wird das einsitzige Karbonfaser-Flugzeug von vier Elektromotoren. Mehr als 17'000 Solarzellen zapfen der Sonne die erforderliche Energie ab. Die Zellen sitzen auf den Flügeln mit einer Spannweite von 72 Metern - das ist mehr als bei einem Jumbojet. Gespeichert wird die Solarenergie in Lithium-Batterien.

(sda/dbe)