Im Unterschied zum Kanton Tessin hat sich die Asiatische Tigermücke in Graubünden noch nicht etabliert. Die mögliche Ausnahme scheint die Gemeinde San Vittore im unteren Misox an der Grenze zum Kanton Tessin zu bilden.

Im Ortsteil Monticello von San Vittore wurden bei Proben aufeinanderfolgend Tigermücken-Eier in speziell dafür aufgestellten Fallen nachgewiesen. Ansonsten ergab das vom Bündner Amt für Natur und Umwelt im letzten Jahr durchgeführte Tigermücken-Monitoring im Misox und entlang der Verkehrsachse A13 noch keine stichhaltigen Anhaltspunkte für die Etablierung der Tigermücke auf Bündner Gebiet.

Funde zufällig

Wie das Amt am Montag mitteilte, wurden in 15 von 100 aufgestellten Fallen Eier von Tigermücken nachgewiesen. Neben San Vittore wurden Eier in Fallen in den Gemeinden Roveredo und Grono entdeckt sowie entlang der A13 an den Raststätten Thusis und Heidiland in Maienfeld. Das Amt schrieb dazu, allerdings seien die Funde eher zufällig gewesen. Sie seien mit wenigen Ausnahmen nur bei einer von acht Proberunden entdeckt worden.

Deshalb sei es wichtig, das Monitoring im laufenden Jahr fortzuführen, hiess es. Geplant ist, das Untersuchungsgebiet im Misox weiter gegen Norden auszudehnen sowie Proben im unteren Puschlav und im unteren Bergell sowie im Churer Rheintal zu nehmen.

Überträger von Tropenkrankheiten

Für die Bevölkerung ist es laut Amtsangaben wichtig zu wissen, dass kleine stehende Wasser die idealen Brutstätten für die Tigermücke bilden. Blumenvasen im Freien, Topfuntersetzer oder Vogeltränken sollten deshalb regelmässig trockengelegt werden.

Tigermücken können tropische Krankheiten wie Malaria, das Denguefieber oder das Zika-Virus weiterverbreiten. Sie sind deren potenzielle Überträger, aber nicht deren Erreger.

(sda/cfr/jfr)

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