Die USA schicken einen Flugzeugträger und fünf Schiffe zu den Philippinen, um den Opfern des verheerenden Taifuns «Haiyan» zu helfen. Wie Pentagon-Sprecher George Little mitteilte, hat die «USS George Washington» 5000 Marinesoldaten und mehr als 80 Flugzeuge und Helikopter an Bord.

Der Flugzeugträger befinde sich derzeit in einem Hongkonger Hafen. Er werde in der Nacht zum Dienstag «mit Volldampf» in Richtung Philippinen aufbrechen. Begleitet werde er von zwei Kreuzern und einem Zerstörer der US-Marine. Zwei weitere Schiffe seien bereits unterwegs. Die Ankunft werde in 48 bis 72 Stunden erwartet. Die Schiffe und Helikopter mit ihren Besatzungen sollten unter anderem für Hilfsgütertransporte und zur medizinischen Versorgung eingesetzt werden.

Die US-Regierung kündigte zudem humanitäre Hilfe in Höhe von 20 Millionen Dollar an, darunter 55 Tonnen Nahrungsmittel und wichtige Hygieneartikel. Eine erste Ladung zur Versorgung von etwa 10'000 Familien sei auf dem Weg. Der Taifun «Haiyan» war am Freitag über die ostphilippinischen Inseln Leyte und Samar hinweggezogen und hatte ganze Landstriche verwüstet. Die philippinischen Behörden rechnen mit mehr als 10'000 Toten.

Strom erst in 2 Monaten

Regierungen und Organisationen weltweit sagten ihre Hilfe zu. Nach eigenen Angaben halfen die USA den Philippinen seit 1990 bereits mehr als 40 Mal nach schweren Katastrophen. Im Taifun-Notstandsgebiet kommen die Aufräumarbeiten aber nur langsam voran. Am Dienstag funktionierten in mehreren Regionen der Insel Leyte zwar wieder einige Mobilfunknetze. Mit Strom sei aber frühestens in zwei Monaten zu rechnen, sagte Energieminister Jericho Petilla im Fernsehen.

Hunderttausende Menschen warten im Katastrophengebiet dringend auf Trinkwasser, Essen, Decken und Zelte. Sie läuft schleppend, weil erst Hunderte Kilometer Strassen geräumt werden müssen und viele Wege verschüttet sind. Weil Tankstellen zerstört sind, wurde der Benzinverkauf auf Leyte rationiert, wie das Fernsehen berichtete.

Neuer Sturm im Anflug

Vier Tage nach dem tödlichen Taifun nähert sich derweil ein neues Sturmtief der Küste der Philippinen. Ausläufer von «Zoraida» brachten in Teilen des Katastrophengebietes bereits heftige Regenfälle. Von Cebu in Richtung der schwer betroffenen Insel Leyte wurden Fährüberfahrten wegen des schlechten Wetters abgesagt.

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Dennoch soll das Wetter die Auslieferung der Hilfsgüter nicht behindern, wie Innenminister Mar Roxas versprach. Der verheerende Taifun hatte Tausende Menschen in den Tod gerissen, weite Landstriche verwüstet und Städte zerstört. Das Tief lag nach Angaben des Wetterdienstes 200 Kilometer vor der Küste von Davao und sollte Richtung Nordwesten ziehen. Bliebe es auf der berechneten Bahn, zöge es Mittwoch und Donnerstag südlich am Katastrophengebiet vorbei.

(sda/muv/moh)