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Unwetter
Tote durch Wirbelsturm «Harvey» in den USA

Texas: Vom Wirbelsturm lahmgelegt. Keystone

Der stärkste Wirbelsturm seit mehr als zehn Jahren hat eine Schneise der Verwüstung im Süden der USA hinterlassen. Mindestens drei Personen sterben.

Veröffentlicht am 28.08.2017

Durch den Wirbelsturm «Harvey» sind im US-Bundesstaat Texas mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Der Hurrikan schlug am Wochenende eine Schneise der Verwüstung und verursachte schwere Überschwemmungen, befürchtet wurden noch tagelange heftige Niederschläge.

«Harvey» hatte Texas am Freitagabend (Ortszeit) mit Spitzengeschwindigkeiten von 215 Stundenkilometern erreicht. Es war der stärkste Wirbelsturm seit mehr als zehn Jahren, der aufs Festland der USA traf.

Mindestends drei Opfer

Im County Aransas kam nach Behördenangaben ein Mensch ums Leben, als während des Sturms in seinem Haus ein Feuer ausbrach. In der Stadt Houston ertrank eine Frau, die sich in den Fluten aus ihrem Auto retten wollte. Daneben gibt es unbestätigte Berichte über mehrere weitere Opfer.

Besonders schwer betroffen war der Küstenort Rockport. «Es gibt hier weitreichende Zerstörungen», sagte Bürgermeister C.J. Wax dem Sender MSNBC. Mehrere Häuser und Geschäfte seien «komplett zerstört» worden. 3000 Angehörige der Nationalgarde sowie der Garde von Texas sind mobilisiert, 250 Fernstrassen geschlossen.

Schlimme Lage in Houston

Anhaltender sintflutartiger Regen führte in vielen Teilen der Stadt Houston zu massiven Überschwemmungen, Auto standen mancherorts bis zu den Dächern im Wasser. Der Internationale Flughafen der viertgrössten Stadt der USA wurde bis auf Weiteres geschlossen. Auch ein Spital wurde evakuiert sowie im nahe gelegenen Dickenson ein Altersheim.

Dem Sender CNN zufolge mussten in der Nacht zum Samstag mehr als 1000 in ihren Fahrzeugen oder Häusern eingeschlossene Menschen in Sicherheit gebracht werden, manche trugen kleine Kinder oder Haustiere in den Armen.

Springflut-Notstand ausgerufen

Für weite Teile der Metropole wurde der Springflut-Notstand ausgerufen – die höchste Alarmstufe bei Überschwemmungen. «Diese Lage ist besonders gefährlich», warnte der Nationale Wetterdienst. «Sucht höher gelegene Gebiete auf, jetzt!»

Der zuständige Bezirkssheriff Ed Gonzalez bat die Behörden anderer Städte, mit Booten auszuhelfen. Einwohner wurden aufgerufen, sich nicht auf die Dachböden ihren Häuser zu retten, sondern auf die Dächer, damit sie aus der Luft geborgen werden könnten.

Haushalte ohne Strom

In Texas waren nach Angaben der Versorger rund 230'000 Haushalte ohne Strom. Viele Strassen waren aufgrund von Trümmerteilen und heruntergerissenen Stromleitungen kaum befahrbar.

Das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC) stufte «Harvey» zwar inzwischen vom Hurrikan zum Tropensturm herunter, warnte zugleich aber vor «dramatischen und lebensbedrohlichen Überschwemmungen». In einigen Gebieten seien bereits 50 Zentimeter Regen gefallen, sagte der Gouverneur von Texas, Greg Abbott. Weitere 50 bis 75 Zentimeter Niederschlag seien möglich. «Unsere Hauptsorge bleiben dramatische Überschwemmungen», sagte Abbott. Vorhersagen zufolge könnte der Wirbelsturm noch vier bis fünf Tage über der US-Golfküste verharren.

Trump-Besuch am Dienstag

Präsident Donald Trump schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, nichts werde dem Zufall überlassen. Die lokalen Behörden und die Bundesregierung arbeiteten «grossartig» zusammen. Vorsorglich hatte Trump auf Ersuchen von Gouverneur Abbott den Katastrophenfall für Texas ausgerufen. Damit können Bundesmittel zur Behebung der Sturmschäden freigegeben werden.

US-Präsident Donald Trump wird am Dienstag das Flutgebiet in Texas besuchen. Das gab das Weisse Haus am Sonntag bekannt. Das Wochenende verbrachte Trump auf dem Präsidenten-Landsitz Camp David. Dort hielt er sich dem Weissen Haus zufolge ständig über die Entwicklung auf dem Laufenden und stand in Kontakt zu den wichtigsten Koordinatoren von Katastrophenhilfen.

«Wiederaufbau wird Jahre dauern»

Vor «Harvey» waren bereits am Freitag hunderttausende Menschen in Sicherheit gebracht worden. Mehrere Gemeinden in Texas riefen die Anwohner auf, ihre Häuser zu verlassen. Auch Ölplattformen im Golf von Mexiko wurden geräumt.

Texas dürfte noch lange unter den Folgen des Sturms leiden. «Der Wiederaufbau nach dieser Katastrophe wird Jahre dauern», sagte der Leiter der US-Katastrophenschutzbehörde Fema, Brock Long, im Sender MSNBC. «Für den Staat Texas wird das eine beispiellos lange und frustrierende Phase.»

(sda/ise/mbü)

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