Deutsche Wissenschaftler haben bei der Sumpfschildkröte Pelomedusa subrufa eine bislang unbekannte Artenvielfalt entdeckt. Bei genetischen Untersuchungen haben sie herausgefunden, dass sich hinter dieser Schildkröte in Wirklichkeit mindestens zehn verschiedene Spezies verbergen.

Das teilte das Dresdner Senckenberg-Forschungsinstitut am Donnerstag mit. Die Tiere sind in Afrika und auf der Arabischen Halbinsel beheimatet. Bisher habe man angenommen, Pelomedusa subrufa sei eine einzige Art, die in fast ganz Afrika und im arabischen Raum verbreitet ist.

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Mit der neuen Einteilung verändere sich aber auch die Einschätzung der Gefährdung dieser Schildkröte. Die Studien dazu erschienen am Donnerstag im Fachjournal «Zootaxa».

Überlebenskünstler

Die Sumpfschildkröte Pelomedusa subrufa wird maximal 30 Zentimeter lang und lebt in kleinen, stehenden Gewässern. Sie gilt als Überlebenskünstler, weil sie auch jahrelange Trockenphasen überstehen kann. Sie gräbt sich dann in den Boden ein.

«Unsere Untersuchung zeigt, dass es viele Arten gibt und dass die Verbreitungsgebiete der einzelnen Arten sehr viel kleiner sind. Deswegen sind manche Arten wahrscheinlich wesentlich gefährdeter als bisher gedacht», erklärte Senckenberg-Direktor Uwe Fritz. Eine der neu beschriebenen Arten, die im Südwesten der Arabischen Halbinsel lebt, sei wegen Wasserknappheit vom Aussterben bedroht.

(sda/vst/sim)