Die Vereinten Nationen (UN) sehen eine große Chance, bis 2030 die Ausbreitung der lebensbedrohlichen Immunschwächekrankheit Aids unter Kontrolle zu bringen. «Mehr denn je besteht Hoffnung, dass es möglich ist, Aids zu beenden», hieß es in dem am Mittwoch veröffentlichten UNAIDS-Bericht. Die Zahl der mit dem HI-Virus infizierten Menschen stabilisiere sich weltweit bei etwa 35 Millionen, die Zahl der Neuansteckungen sei seit 2001 um 38 Prozent gefallen.

«Die Aids-Epidemie kann in jeder Region, jedem Land, jedem Ort, jeder Bevölkerung und jeder Gemeinde beendet werden.» Allerdings müssten dazu die Mittel zur Bekämpfung der Krankheit innerhalb der nächsten fünf Jahre aufgestockt werden. «Dann werden wir auf Kurs sein, die Epidemie bis 2030 zu beenden.» Anderenfalls werde es erheblich länger dauern.

Seit 1980er-Jahre 39 Millionen Todesopfer

Im vergangenen Jahr standen laut UNAIDS insgesamt 19,1 Milliarden Dollar im Kampf gegen Aids zur Verfügung. Bis 2015 sind nach Einschätzung des UN-Programms, das die weltweiten Bemühungen koordiniert, voraussichtlich zwischen 22 und 24 Milliarden Dollar nötig. Sollte es bis 2030 gelingen, die Ausbreitung unter Kontrolle zu bringen oder einzudämmen, würde dies bis dahin 18 Millionen Neuinfektionen und 11,2 Millionen Aids-Tote verhindern, sagte UNAIDS-Direktor Michel Sidibe. Insgesamt starben dem Bericht zufolge seit dem erstmaligen Auftreten der Krankheit in den 1980er Jahren 39 Millionen Menschen an Aids.


Dank neuer Medikamente kann die Krankheit, die unter anderem über Blut, Muttermilch und beim Geschlechtsverkehr übertragen werden kann, in Schach gehalten werden. Laut UNAIDS hatten 2013 knapp 13 Millionen HIV-positiv getestete Menschen Zugang zu Therapien mit antiretroviralen Medikamenten. Ein Jahr zuvor waren es zehn Millionen. 2010 bekamen nur fünf Millionen Menschen Medikamente gegen Aids.

Es sei «ein bedeutender Erfolg«, dass in den ärmeren Ländern fast zwölf Millionen Patienten eine lebensrettende HIV-Therapie erhielten, sagte Jennifer Cohen von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen. «Aber mehr als die Hälfte der betroffenen Menschen hat noch immer keinen Zugang dazu.» Die Abdeckung sei besonders gering in Konfliktregionen und in Gebieten mit wenigen Menschen, die mit der Krankheit lebten. Es dürfe jedoch niemand zurückgelassen werden.

Anzeige

(reuters/me)