Für die Olympischen Spiele haben sich die Ökonomen auf dünnes Eis begeben. Mit einem in der Wissenschaft gebräuchlichen Tobit-Modell versuchten sie, die Medaillenchancen der einzelnen Länder vorherzusagen. PricewaterhouseCoopers (PwC) ist ein internationales Netz rechtlich selbstständiger und unabhängiger Unternehmen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Unternehmensberatung.

Wichtige Variablen waren die Wirtschaftskraft der Länder, ebenso wie das Klima und die Resultate der letzten Winterolympiade. Die Bilanz fällt durchzogen aus. Für einige Länder stimmten die Prognosen erstaunlich gut. Die Schweiz etwa holte elf Medaillen anstatt zehn, Kanada 25 statt 23. Klar unterschätzt wurde dagegen Russland. welches 33 Medaillen holte (Prognose 25) und auch der vorausgesagte Sieg der USA im Medaillenspiegel ist nicht eingetroffen.

Die Handelszeitung sprach mit Studienleiter William Zimmern über die Gründe für die Ungenauigkeiten.

Was haben Sie gegen die Niederlande? Anstatt den sechs Medaillen, die Sie prophezeit haben, gab es schliesslich 24 für die Eisschnelllauf-Nation.

William Zimmern: Das hat nichts mit den Niederlanden zu tun. Die Stichprobe bei den Olympischen Winterspielen ist schlicht zu klein, um genaue Vorhersagen zu treffen.

Bei der Schweiz lief es Ihnen besser. Mit einer Schätzung von zehn Medaillen und Rang sieben im Medaillenspiegel waren Sie erstaunlich genau.

Ein paar Voraussagen waren tatsächlich okay. Die Top Zehn haben wir abgesehen von den Niederlanden ziemlich gut getroffen. Bei Russland erwarteten wir einen grossen Heimvorteil, der dann aber noch stärker ausfiel als wir gedacht haben. Die USA waren dagegen viel schlechter als erwartet.

Insgesamt also zufrieden?

Nein, wie gesagt, die Stichprobe war zu klein. In den Winterspielen verteilt sich das Gros der Medaillen auf wenige Länder und es hat viel weniger Wettbewerbe als bei der Sommerolympiade. Für London 2012 waren unsere Schätzungen deshalb einiges genauer.

Werden Sie für Rio 2016 wieder eine Prognose wagen?

Auf jeden Fall. Allerdings müssen wir uns überlegen, ob es für die Winterspiele sinnvoll ist. Trotzdem war es einen Versuch wert, denn die Winterolympiade ist in Grossbritannien nicht so beliebt und unser Medaillenspiegel hat vielen Leuten Spass gemacht.

Nutzen Sie Ihre Berechnungen eigentlich für Wetten?

Ich bin kein Spieler. Wenn ich aufgrund meiner Modelle wetten wollte, dann aber bei den Sommerspielen.

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