Knapp ein Jahr nach der Brandkatastrophe in der chilenischen Küstenstadt Valparaíso bedroht erneut ein Waldbrand die zum Unesco-Weltkulturerbe zählende Hafenstadt. Mindestens ein Mensch kam in der Region ums Leben, wie die Behörden am Freitag mitteilten.

Die Regierung rief den Notstand aus. Zwischen 4000 und 16'000 Personen würden vorsichtshalber in Sicherheit gebracht, sagte Vize-Innenminister Mahmoud Aleuy.

Einwohner evakuiert

Rund 4500 Einwohner wurden in der Region um die Städte Viña del Mar und Valparaíso bereits in Sicherheit gebracht. Militär war im Einsatz. Die Evakuierten wurden in Notunterkünften untergebracht. Eine 67-jährige Frau starb nach Behördenangaben an einem Herzstillstand.

Die Feuer zerstörten bereits rund fünf Quadratkilometer Land und mehrere Häuser. Die genauen Schäden waren nicht bekannt, wie der Vize-Innenminister sagte. In der Region herrscht seit Tagen Hitze, Wind fachte die Brände immer wieder an.

Grossbrand im letzten April

Die chilenische Küstenstadt Valparaíso war durch einen Grossbrand im April vergangenen Jahres in Teilen zerstört worden. Durch die mehrere Tage hindurch lodernde Feuersbrunst wurden in der Stadt damals etwa 2500 Häuser zerstört, mindestens 15 Menschen starben in den Flammen. 11'000 Einwohner mussten in Sicherheit gebracht werden.

Die 270'000 Einwohner zählende Stadt ist bekannt für ihre Kopfsteinpflasterstrassen und bunten Häuser sowie für die Zahnradbahnen, die steile Hänge hinauffahren. Valparaíso liegt rund 120 Kilometer von der Hauptstadt Santiago de Chile entfernt am Pazifik.

(sda/gku)

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