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Abstimmung
Vals lehnt neuen Nationalpark ab

Felsplatten im Gipfelbereich des Pizzo Cassinello: Wird das Gebiet Nationalpark? Keystone

Zwei betroffene Gemeinden wollen bisher nicht beim Parc Adula mitmachen. Vier Gemeinden sagten bislang zu. Doch vor allem das Nein aus Vals stellt das ganze Projekt in Frage.

Veröffentlicht am 26.11.2016

Die Bündner Gemeinde Vals will nicht zum Parc Adula gehören. Die Gemeindeversammlung lehnte am Freitagabend einen Beitritt zum zweiten Nationalpark deutlich ab. Das Nein stellt den Park in Frage, weil ohne Vals die Kernzone des Parks zerstückelt wird.

Die Teilnehmer der Gemeindeversammlung sprachen sich «nach relativ kurzer Diskussion» mit 276 gegen 63 Stimmen gegen den Beitritt aus, wie die Gemeindekanzlei mitteilte. Der Gemeindevorstand hatte sich bereits im Vorfeld kritisch geäussert und Bedenken zur wirtschaftlichen Entwicklung des Tourismusortes angemeldet.

«Nicht überraschend»

Befürchtungen um Einschränkungen bei einer Teilnahme am Projekt hätten «trotz gegenteiliger Beteuerungen» wohl eine entscheidende Rolle bei der Ablehnung gespielt, schreibt die Kanzlei weiter. Sie bezeichnet den Beschluss als «nicht überraschend».

Dieser Tage stehen in den Bündner und Tessiner Gemeinden die Abstimmungen zum Parc Adula an. Damit der Park für eine erste Testphase von zehn Jahren gegründet werden kann, müssen alle neun Gemeinden mit einem Kernzonen-Anteil zustimmen.

Nein aus Vals hat Folgen

Möglich wäre die Gründung auch, wenn mindestens 13 der 17 Parkgemeinden zustimmen, und die Kernzone nicht zu klein oder zu zerstückelt ausfällt. Das Valser Nein stellt das Projekt damit nur schon in Frage, da ohne Vals die 145 Quadratkilometer grosse Kernzone stark zerstückelt ist.

Wie aus der Hompage des Parc Adula hervorgeht, stimmten bis am Samstagmittag sechs Gemeinden ab. Ein zweites Nein gab es in Nufenen GR, während die Bündner Gemeinden Calanca, Hinterrhein, Soazza und Splügen für die Errichtung des Parks stimmten.

Als kritisch für das Zustandekommen gilt auch das Votum in der Tessiner Gemeinde Blenio, in der der grösste Teil der Kernzone liegt, sowie im Bündner Vrin mit dem Filetstück des Parks, der Greina-Ebene. In diesen Gemeinden fällt der Entscheid am Sonntag.

(sda/gku)

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