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Gewalt
Viele Tote bei Angriff auf Kirche in Texas

Sutherland Springs: Grosse Betroffenheit nach dem Angriff auf eine Kirche. Keystone

Ein 26-jähriger Mann hat in Texas Besucher einer Kirche in einem kleinen Ort angegriffen und dabei 26 Menschen getötet. Der Schütze ist tot. Über das Motiv des Angreifers ist noch nichts bekannt.

Veröffentlicht am 06.11.2017

Ein junger Mann hat während eines Gottesdienstes in einer Kirche in Texas das Feuer auf Gläubige eröffnet und 26 Menschen getötet.

Etwa 20 Verletzte seien in Spitäler gebracht worden, sagte der Gouverneur des US-Bundesstaates, Greg Abbott, am Sonntagabend (Ortszeit) vor Journalisten. Demnach sind die Opfer zwischen 5 und 72 Jahre alt. Der Schütze ist tot.

Nach Berichten des Senders CNN und anderer US-Medien handelt es sich um einen 26-Jährigen. In seinem Auto fand die Polizei mehrere Waffen. Nach Darstellung Abbotts handelte es sich um die schlimmste Tat eines einzelnen Schützen in der Geschichte des Bundesstaates.

Mit Vorstrafe von Militärgericht

Das Blutbad in der kleinen Gemeinde Sutherland Springs, nur wenige Wochen nach dem Massaker in Las Vegas mit 58 Toten und wenige Tage nach der jüngsten Terrorattacke in New York mit acht Todesopfern, löste neues Entsetzen aus. Das Motiv des Schützen war aber zunächst völlig unklar.

Der Sender NBC News berichtete, der 26-Jährige habe in dem benachbarten Comal County gelebt. Eine Sprecherin der US-Luftwaffe sagte dem Sender, ein Militärgericht habe ihn 2012 wegen Angriffen auf seine Frau und ihr gemeinsames Kind verurteilt. Zwei Jahre später sei er aus der Luftwaffe entlassen worden.

Trump ruft zu Zusammenhalt auf

US-Präsident Donald Trump sprach von einem «entsetzlichen Verbrechen» und einer «Tat des Bösen», inmitten eines heiligen Gottesdienstes. «Wir können den Schmerz, die Trauer und das Leid, das die Familien der Opfer erlitten haben, nicht in Worte fassen. In so harten Zeiten wie diesen tun Amerikaner, was sie am besten können: Sie halten zusammen», sagte Trump am Montagmorgen (Ortszeit) in Tokio. Der Präsident befindet sich zur Zeit auf einer fast zweiwöchigen Asienreise.

Nach Behördenangaben wurde der ganz in Schwarz gekleidete junge Mann gegen 11.20 Uhr (Ortszeit) zunächst an einer Tankstelle der Ortschaft gesehen. Er ging dann über die Strasse zur Kirche und begann noch draussen, mit einem Gewehr zu schiessen. Nach Behördenangaben starben dabei zwei Menschen. Danach sei der mit einer schusssicheren Weste ausgestattete Schütze in das Gebäude gegangen und habe weiter gefeuert.

Täter ist tot

Schliesslich wurde der Täter von einem Einwohner konfrontiert, liess seine Waffe fallen und flüchtete in seinem Wagen. Dort wurde er wenig später tot aufgefunden. Die näheren Umstände blieben zunächst unklar.

23 Tote wurden in der Kirche gefunden, zwei davor. Ein weiteres Opfer starb später im Spital, wie Freeman Martin von der texanischen Behörde für öffentliche Sicherheit sagte.

Südlich von San Antonio

Zu den Todesopfern zählt die 14-jährige Tochter des Pastors der Gemeinde, Annabelle Pomeroy. Das bestätigte der Geistliche selbst: Er und seine Frau hielten sich demnach zum Zeitpunkt der Tat nicht in Sutherland Springs auf.

Der kleine Ort liegt rund 50 Kilometer südöstlich von San Antonio und hat gerade einmal mehrere 100 Einwohner. Wie es hiess, kommen im Durchschnitt 50 Menschen zum sonntäglichen Gottesdienst. Die First Baptist Church sei das Zentrum der kleinen Gemeinde, sagten Einwohner US-Medien.

Die Tat am Sonntag weckte auch Erinnerungen an ein Attentat in Charleston (South Carolina). Dort hatte ein 21-Jähriger im Sommer 2015 aus rassistischen Motiven in einer Kirche neun schwarze Gläubige erschossen. Er wurde später zum Tode verurteilt.

(sda/jfr)

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