Die Zahl, der bei einem heftigen Erdbeben in Indonesien getöteten Personen, steigt weiter an. Laut Angaben der Armee kamen in der Provinz Aceh mindestens 92 Personen bei dem Beben ums Leben.

Hunderte Personen seien verletzt worden, mindestens 26 schwer, berichtete der Chef der Behörde für Katastrophenschutz in der betroffenen Region. Die Behörden fürchten, dass noch Menschen unter den Trümmern eingeschlossen sind.

Auch Insel Sumatra betroffen

Gemessen an früheren Katastrophen in der Region war der Erdstoss mit einer Stärke von 6,4 eher leicht. Aber der Erdbebenherd lag nur acht Kilometer unter der Erdoberfläche. Solche Beben können erhebliche Schäden verursachen. Anders als die örtlichen Behörden schätzte die US-Erdbebenwarte USGS die Stärke auf 6,5.

Zahlreiche Häuser wurden am Nordende der Insel Sumatra zerstört, wie die Lokalbehörden am Mittwoch berichteten. Es wurden schwere Aufräumgeräte wie Bagger in die zerstörten Stadtteile geschickt. Sie sollten Betonwände heben. Tausende Menschen waren in Panik auf die Strasse gerannt.

 «Bei mir kam Panik auf»

Menschen sassen auf Matten auf den Strassen. Vor den Spitälern des Bezirks leisteten Ärzte auf der Strasse Erste Hilfe, wie der stellvertretende Distriktchef Said Muyadi berichtete. Die Menschen hätten Angst vor Nachbeben und trauten sich deshalb nicht in Gebäude.

Der Erdstoss passierte um kurz nach 5 Uhr Ortszeit (Dienstag 23 Uhr MEZ). Das Epizentrum lag ganz nah an der Küste in einer Bucht. Nach Angaben von Seismologen war das Beben fast in der gesamten Provinz Aceh zu spüren, die bei der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean zu Weihnachten 2004 schwer zerstört worden war.

2004 schwer zerstört 

Aus Angst vor einer hohen Flutwelle flohen viele Küstenbewohner am Mittwoch aus ihren Häusern. Es wurde aber keine Tsunami-Warnung ausgegeben. Auch in der Provinzhauptstadt Banda Aceh rund 100 Kilometer nordwestlich war der Erdstoss zu spüren. «Bei mir kam Panik auf», berichtete die Ärztin Amanda im Fernsehen.

Banda Aceh war bei dem gewaltigen Erdbeben und Tsunami Weihnachten 2004 schwer zerstört worden. In der Stadt und entlang der Küste kamen damals 180'000 Menschen um.

(sda/tno)

Anzeige