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Vorwürfe: Hollywood-Mogul Weinstein macht eine Pause

Hollywood-Mogul Weinstein macht wegen Sex-Vorwürfen eine Pause
Harvey Weinstein: Er hat zahlreiche bekannte Hollywood-Filme produziert. Keystone

Der legendäre Hollywood-Produzent Harvey Weinstein soll Ex-Mitarbeiterinnen sexuell belästigt haben. Weinstein bezeichnet die Vorwürfe als verleumderisch – zieht sich aber aus dem Filmgeschäft zurück.

Hollywood-Produzent Harvey Weinstein («Pulp Fiction», «Django Unchained«) will sich gegen einen Bericht der «New York Times» über angebliche sexuelle Belästigungen zur Wehr setzen. Der Artikel sei voller «falscher und verleumderischer» Angaben, sagt sein Anwalt. Anwältin Lisa Bloom teilte in einer Erklärung mit, ihr Mandant Weinstein weise «viele der Vorwürfe» zurück. «Er hat Fehler zugegeben, die er gemacht hat», schrieb sie. «Er liest Bücher und geht zur Therapie. Er ist ein alter Dinosaurier, der neue Wege lernt.»

Ein anderer Anwalt von Weinstein, Charles Harder, drohte der «New York Times» mit einer Klage. Ihr Bericht basiere hauptsächlich auf Gerüchten und Fehlinformationen, schrieb er in einer Erklärung. Der Filmmogul wolle nun gerichtlich gegen das renommierte Blatt vorgehen, sagte Harder der Deutschen Presse-Agentur. Eine Sprecherin der «New York Times» teilte mit, die Zeitung stehe zu ihrer Berichterstattung.

Vorwürfe von Ex-Mitarbeiterinnen

Der am Donnerstag veröffentlichte Artikel beruft sich auf Schauspielerinnen und frühere Mitarbeiterinnen von Weinstein, die dem Produzenten vorwerfen, sie sexuell belästigt zu haben. So beschreibt die US-Schauspielerin Ashley Judd einen angeblichen Vorfall von vor 20 Jahren. Sie berichtete, dass der Filmmogul sie für ein Arbeitsfrühstück in sein Hotelzimmer gebeten habe, wo er sie im Bademantel empfangen habe. Weinstein habe sie gefragt, ob sie ihm eine Massage geben, oder ob sie ihm beim Duschen zusehen könnte.

Zwei frühere Assistentinnen des Erfolgsproduzenten sowie ein italienisches Model erhoben ähnliche Vorwürfe. Weinsteins nach eigenen Angaben betroffene Mitarbeiterin Lauren O'Connor schrieb in einem Memo an mehrere führende Mitarbeiter der Produktionsfirma, es herrsche «ein giftiges Klima für Frauen in diesem Unternehmen».

Weinstein nimmt eine Auszeit

Andere brachten ihre Unterstützung für die mutmasslichen Opfer zum Ausdruck. Die Schauspielerin und Feministin Lena Dunham schrieb auf Twitter, es sei «mutig«, zu den Belästigungen durch Weinstein auszusagen. Die Frauen hätten Achtung verdient. Schauspielerin Rose McGowan, die von der «New York Times» als eines der Opfer von Weinstein genannt wurde, schrieb sarkastisch auf Twitter, sie würde zu dem Fall gerne «die Filmrechte kaufen».

Weinstein entschuldigte sich schon am Donnerstag in einer Erklärung für sein «Benehmen gegenüber Kolleginnen in der Vergangenheit», das zu «viel Leid» geführt habe. Er wolle nun eine Auszeit nehmen, um seine «Dämonen» in den Griff zu bekommen.

Ein 65-Jähriger rechtfertigt sich

Der 65-Jährige hob in seiner Erklärung an die «New York Times« hervor, dass er in den 1960er und 1970er Jahren aufgewachsen sei, in denen die Verhaltensregeln und das Arbeitsumfeld anders gewesen seien. «Das war die Kultur damals.» Auch wenn er versuche, sich zu bessern, wisse er, dass dies ein langer Weg sei. Er wolle daher nun eine Auszeit nehmen und sich «in erster Linie um dieses Problem kümmern». Er habe bereits Therapeuten.

Weinstein ist seit 15 Jahren in zweiter Ehe mit der Modeschöpferin Georgina Chapman verheiratet. Mit der Britin hat er zwei Kinder. Gemeinsam mit seinem Bruder Bob ist Weinstein für zahlreiche Hollywood-Erfolge verantwortlich. 2010 produzierten sie das mit einem Oscar ausgezeichnete Drama «The King's Speech». Beide hatten auch das US-Filmstudio Miramax gegründet, das sie später verkauften und das Erfolgsfilme wie «Pulp Fiction», «The English Patient» oder «No Country for Old Man» produzierte.

(sda/mbü)

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