Im Dezember überrollte eine nie dagewesene Abmahnwelle Deutschlands Internetnutzer. Vermutlich mehr als 10'000 Menschen wurden abgemahnt, weil sie sich pornographische Filme auf Redtube angeschaut haben sollen. Die betroffenen Nutzer waren aufgefordert worden, 250 Euro zu zahlen und eine Unterlassungserklärung abzugeben. Auslöser dieser Massenabmahnungen war die Regensburger Kanzlei U+C mit ihrer Mandantin der The Archive AG aus der Schweiz.

Wie erst jetzt einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wird, hat die Anwaltskanzlei MMR mit Sitz in Berlin und Mainz bei der Staatsanwaltschaft Hamburg Strafanzeige gegen den Geschäftsführer der Kanzlei U +C Rechtsanwälte, Thomas Urmann, wegen des Verdachts einer Straftat – nämlich der besonders schweren Erpressung oder des besonders schweren Betruges – eingereicht. Derartige Vergehen werden mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft, teilte die Kanzlei MMR auf ihrer Internetseite mit. 

Rechtsanwalt Carl Christian Müller von der Kanzlei MMR erläutert: «Wenn juristische Laien durch Behauptungen und Androhungen eines mit der Autorität eines Organs der Rechtspflege ausgestatteten Rechtsanwaltes veranlasst werden sollen, von diesem geltend gemachte Ansprüche zu erfüllen, die nicht bestehen, ist das nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung strafbar.»

(moh)