Mexikanische Sicherheitskräfte haben im Nordosten des Landes zwei mächtige Anführer zweier krimineller Organisationen festgenommen. Gefasst wurden nach Behördenangaben je ein Anführer vom Golf-Kartell und vom Verbrechersyndikat «Los Zetas».

Die Männer seien bei Einsätzen in Reynosa und Mante im Bundesstaat Tamaulipas gefasst worden, sagte der Nationale Sicherheitsbeauftragte Monte Alejandro Rubido. Den Verdächtigen werde unter anderem Mord, Entführung, Erpressung und Drogenhandel vorgeworfen.

Sie standen auf einer Liste mit 13 Schwerverbrechern aus Tamaulipas, die die Bundesregierung schwerpunktmässig zur Fahndung ausgeschrieben hatte. Nach einer Welle der Gewalt hatten die Sicherheitskräfte im Mai eine Sicherheitsoffensive in Tamaulipas eingeleitet.

Mindestens 28 Leichen in Massengrab entdeckt

Im Osten Mexikos sind mindestens 28 Leichen aus einem Massengrab exhumiert worden. Eine Militärpatrouille entdeckte das Grab nach Angaben der Justizbehörden Anfang der Woche auf einer Ranch in der Ortschaft Cosamaloapan im Bundesstaat Veracruz.

Einige der Toten waren vor mehr als einem Monat begraben worden, teilte die Behörde am Mittwoch weiter mit. In Veracruz ist das für seine Brutalität berüchtigte Drogenkartell Los Zetas aktiv.

Anzeige

Die mexikanische Regierung geht seit 2006 mit Hilfe der Armee gegen die mächtigen Kartelle vor, die mit grosser Brutalität um die Vorherrschaft im Drogenmilieu kämpfen. Seitdem wurden rund 80'000 Menschen im Zusammenhang mit dem Drogenmilieu getötet. Im ganzen Land wurden bereits Massengräber entdeckt.

Im westlichen Bundesstaat Michoacán trat am Mittwoch zudem der Gouverneur zurück. Fausto Vallejo begründete den Schritt mit gesundheitlichen Problemen - im vergangenen Jahr hatte er wegen einer Operation eine sechsmonatige Pause eingelegt.

Der Rücktritt erfolgte jedoch nur wenige Tage, nachdem in sozialen Netzwerken im Internet ein Foto verbreitet wurde, dass Vallejos Sohn Rodrigo mit einem Drogenboss zeigt.

Michoacán an der Pazifikküste ist ein wichtiger Umschlagplatz für den Drogenhandel in die USA. Ende vergangenen Jahres schickte die mexikanische Regierung rund 10'000 zusätzliche Soldaten und Bundespolizisten in den Bundesstaat.

(sda/chb)