Die oft tödlich endende Atemwegserkrankung Mers breitet sich in Südkorea weiter aus. Die Gesundheitsbehörden berichteten am Sonntag über 14 Neu-Infektionen, womit die Gesamtzahl auf 64 stieg. Zudem starb ein weiterer Mers-Patient an der Krankheit. Es war bereits der fünfte Todesfall.

Derzeit befinden sich in Südkorea fast 2000 Menschen in Quarantäne, darunter ein gesamtes Dorf im Südwesten des Landes. Um die Ausbreitung einzudämmen, wollen die südkoreanischen Behörden nun die Handys der bereits Isolierten überwachen, um sicherzustellen, dass diese ihre Häuser nicht verliessen. Die Regierung in Seoul stand zuletzt wegen ihres Umgangs mit der gefährlichen Mers-Erkrankung stark in der Kritik.

Schliessung von Schulen

Südkorea hatte erstmals am 20. Mai über den Ausbruch berichtet. Seitdem wird versucht, mit Quarantänemassnahmen und der Schliessung von mehr als 1000 Schulen eine Ausbreitung zu verhindern. Die Mers-Welle hat bereits Auswirkungen auf den Tourismus. Tausende sollen ihre Reise nach Südkorea abgesagt haben.

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Die bislang vor allem im Nahen Osten grassierende, grippeähnliche Krankheit ist nach offiziellen Angaben von einem Geschäftsmann eingeschleppt worden, der Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate besucht hatte. Die von Coronaviren verursachte Erkrankung trat erstmals 2012 bei Menschen auf der Arabischen Halbinsel auf. Dort wurden bislang mehr als 400 Todesfälle gemeldet. Nach Informationen der Weltgesundheitsorganisation WTO liegt die Wahrscheinlichkeit, an einer Mers-Erkrankung zu sterben, bei 38 Prozent.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sind alle bisherigen Fälle direkt oder über einen anderen Patienten mit der Arabischen Halbinsel oder benachbarten Ländern verbunden gewesen. Bisher gebe es noch «keine Hinweise auf eine anhaltende Übertragung in der Allgemeinbevölkerung».

(reuters/chb)