Der Orkan «Xaver» hat vielen Teilen Deutschlands eine heftige Sturmnacht gebracht. Trotz hoher Windgeschwindigkeiten richtete der Sturm aber selbst in den am härtesten betroffenen Regionen im Norden bislang nur kleinere Schäden an.

In Hamburg erreichte eine der schwersten Sturmfluten der vergangenen Jahrzehnte am frühen Freitagmorgen ihren Scheitelpunkt. «Die Wasserstände fallen bereits wieder», sagte Thomas Butter von der Hamburger Innenbehörde. Die sehr schwere Sturmflut der Elbe erreichte einen Wasserstand von fast vier Metern über dem Mittleren Hochwasser (6,09 Meter über Normal Null). Die Innenbehörde der Millionenstadt hatte die ganze Nacht über vor der Flut gewarnt. Die Hochwasserschutzanlagen sind für diese Wasserstände nach Angaben der Behörden jedoch hoch genug.

Xaver fordert Todesopfer

Das Unwetter hatte seit Donnerstag in Nordeuropa das Leben von Millionen Menschen behindert. Mindestens drei Menschen in Grossbritannien und Skandinavien starben. In Deutschland gab es zunächst trotz extremer Böen von teilweise bis zu 155 Stundenkilometern zwar keine Toten, wohl aber Verletzte.

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In der Nähe von Hannover wurde ein Mann schwer verletzt, als ein Auto durch eine Windböe in den Gegenverkehr gedrückt wurde. Auf einer Strasse bei Barsinghausen in Niedersachsen wurde ein Kleinbus mit behinderten Schülern von einer starken Böe erfasst und in einen entgegenkommenden Wagen gedrückt. Dabei wurde ein 68-Jähriger schwer verletzt, sechs weitere Menschen leicht.

Deiche halten

Die Küsten hielten den Wassermassen bislang stand: «Die Deiche sind mächtig und stabil», hatte Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck gesagt. Noch am späten Abend hatte eine zweite Welle des Orkantiefs mit extremen Böen die Nordseeinsel Sylt erreicht.

Nach Habecks Einschätzung ist die Gefahr durch «Xaver» für die deutsche Küste nun vorüber. «Ich rechne nicht damit, dass sich die Situation noch mal so zuspitzt wie es gestern im Laufe des Tages den Anschein zu haben schien», sagte der Grünen-Politiker im Deutschlandfunk. Die Windprognosen seien etwas schwächer.

Am Vortag war in der Spitze auf Sylt eine Windgeschwindigkeit von 184 Kilometer in der Stunde gemessen worden. Habeck geht davon aus, dass die Pegelstände «wohl nicht mehr ganz so doll» ansteigen. Wenn es hell werde, würden die Deiche kontrolliert.

(sda/muv)