Zwei Tage nach dem schweren Erdbeben im Himalaya finden die Helfer weiter zahlreiche Tote. Nach Angaben der Polizei sind bisher über 3600 Menschen gestorben. Die Zahl der Opfer steigt schnell an. Nicht nur in Nepal, auch in Indien und China gibt es Tote. Unterdessen erschütterten weitere Nachbeben die Erde im Katastrophengebiet.

Zahlreiche Staaten und Organisationen haben nach dem gewaltigen Beben mit der Stärke 7,8 Helfer nach Nepal entsandt. So hat auch die Schweiz ein sechsköpfiges Vorausdetachement des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) nach Kathmandu geschickt.

Schweizer Spezialisten vor Ort und planen weitere Hilfe

Die Spezialistinnen und Spezialisten sollen die Situation und die Bedürfnisse in der Katastrophenregion evaluieren, die Koordination mit den Behörden und den lokalen Partnern vor Ort sicherstellen, erste Hilfsleistungen einleiten und die Schweizerische Botschaft und das Kooperationsbüro der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) in Kathmandu unterstützen.

Bis am Montagabend sollten erste Erkenntnisse vorliegen, sagte Manuel Bessler, Delegierter des Bundesrates für Humanitäre Hilfe, in der Sendung «Heute Morgen» von Radio SRF. Bereits am Dienstag oder Mittwoch sollte dann eine zweite Welle der Hilfe anrollen, sowohl in Form von Hilfsmaterial als auch von zusätzlichem Personal.

Der Schwerpunkt der Hilfe liege im medizinischen Bereich, wo die Schweiz mit Medikamenten-Lieferungen und dem Wiederherstellung medizinischer Strukturen helfen könne, sagte Bessler weiter. Auch bei der Trinkwasserversorung könnten die Spezialisten aus der Schweiz helfen.

Starke Regenfälle machen Überlebenden zu schaffen

Im Erdbebengebiet machten in der Nacht starke Regenfälle den Überlebenden zu schaffen. Viele Bewohner der Region leben in Zeltstädten, da sie sich aus Angst vor Nachbeben nicht in ihre Häuser zurücktrauen.

Anzeige

Nepals Regierung spricht von mehr als 6000 Verletzten. Überlebende berichten, viele Strassen seien durch Erdrutsche oder aufgerissenen Teer nicht passierbar. Nachbeben lassen die Erde weiter erzittern.

Das Tourismusministerium versicherte, ein Fokus der Hilfskräfte sei es auch, die festsitzenden Touristen in Sicherheit zu bringen. Allein aus dem Basislager am Mount Everest seien 82 Menschen ausgeflogen worden, sagte Suresh Man Shrestha vom Ministerium. Dort waren mindestens 19 Bergsteiger und Helfer in einer Lawine gestorben. Dutzende sitzen noch am höchsten Berg der Welt fest.

Stärkste Erschütterung seit 80 Jahren

Das Erdbeben der Stärke 7,8 war die stärkste Erschütterung des Bodens in Nepal seit mehr als 80 Jahren. Dem Beben am Samstag folgten viele Nachbeben. Das ganze Ausmass der Zerstörung war noch nicht abzusehen, weil viele abgelegene Dörfer zunächst nicht erreicht wurden.

Auch Kathmandu war nicht mehr über den Landweg erreichbar, nachdem ein Nachbeben der Stärke 6,7 die Ost-West-Landstrasse bei Mugling und Narayanghat blockierte.

(sda/me/ama)


 

Die schwersten Erdbeben seit der Jahrtausendwende

1|7

Die schwersten Erdbeben seit dem Jahr 2000 im Überblick: Ein verheerendes Beben der Stärke 7.8 hat den Himalajastaat Nepal erschüttert. Die Zahl der Todesopfer steigt stetig an, am Vormittag meldet die Polizei über 3600 Tote. Die Gefahr für Erdbeben in der Region nimmt zu. Zuletzt wurde der Osten Nepals 1988 von einem Beben der Stärke 6,8 getroffen. Damals starben 721 Menschen.

Anzeige