Die Stadtpolizei Zürich rüstet ihre Mitarbeiter versuchsweise mit Kameras aus: Ab 1. Januar werden sie Bodycams tragen, vor allem bei Personenkontrollen. So sollen Übergriffe auf die Polizisten verhindert oder zumindest protokolliert werden. Mit den Kameras soll aber auch die Polizeiarbeit analysiert werden, wie die Stadtpolizei am Dienstag mitteilte.

Heimlich filmen dürfen die Polizisten nicht. Dass sie eine Kamera einstellen, müssen sie gegenüber betroffenen Privatpersonen bekannt geben. Die Aufnahmen werden nach 100 Tagen automatisch gelöscht – es sei denn, sie werden für ein Verfahren benötigt.

Gültige Rechtsgrundlage fehlt

Der Pilotversuch dauert zwei Jahre. Der Stadtrat wird dann entscheiden, ob die Bodycams weiterhin eingesetzt werden oder nicht. Voraussetzung für die Weiterführung ist allerdings, dass der Gemeinderat eine gültige Rechtsgrundlage dafür erarbeitet.

Die Schweizer Sektion von Amnesty International begrüsst den Pilotversuch. In einer Mitteilung kritisierte sie jedoch, dass Polizisten und Kontrollierte nicht gleich behandelt würden. Zudem dürfe die Auswertung dieses Projektes nicht der Polizei anvertraut werden, sondern nur einer externen Stelle.

Der Pilotversuch mit den Bodycams:

(sda/me)
 

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