35 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren haben einen Migrationshintergrund. Darunter fallen Ausländerinnen und Ausländer, Eingebürgerte sowie gebürtige Schweizerinnen und Schweizer mit im Ausland geborenen Eltern. Anhand verschiedener Indikatoren untersucht das BFS Unterschiede bezüglich der Chancengleichheit zwischen dieser Bevölkerungsgruppe und jener ohne Migrationshintergrund.

Die jüngste Analyse zeigt, dass Personen mit Migrationshintergrund ein grösseres Vertrauen in die schweizerischen Institutionen haben, wie das Bundesamt am Donnerstag mitteilte.

Vertrauen ins politische System

Die Mehrheit der ständigen Wohnbevölkerung ab 18 Jahren hat grosses Vertrauen in die Polizei (54,5 Polizei). Etwas weniger als die Hälfte (46,2 Prozent) hat auch grosses Vertrauen ins Rechtssystem. Nur 36,1 Prozent bringen dagegen dem politischen System grosses Vertrauen entgegen.

Bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist das Vertrauen sowohl in die Polizei als auch in die Gerichte und das politische System signifikant grösser. Am grössten ist der relative Unterschied zwischen beiden Bevölkerungsgruppen beim Vertrauen ins politische System: Der Vertrauen der Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist 1,4-mal grösser.

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Weniger Wohnfläche

Weiter zeigt ein neuer Indikator, dass die Haushalte von Personen mit Migrationshintergrund über weniger Wohnfläche pro Person verfügen als jene ohne Migrationshintergrund. Die Differenz liegt bei durchschnittlich 12 Quadratmetern. Dies betrifft sowohl Einpersonenhaushalte als auch Haushalte von zwei oder mehr Personen.

Insgesamt 68 Indikatoren beschreiben die aktuelle Lage und die Entwicklung der Integration der Bevölkerung mit Migrationshintergrund. Die Unterschiede bei Einkommen und Lebensbedingungen zwischen Personen mit und ohne Migrationshintergrund sind in den letzten Jahren fast unverändert geblieben.

Zunehmende Polit-Abstinenz

Eine Veränderung zeigte sich bei der politischen Partizipation: Der Anteil von Schweizerinnen und Schweizern mit Migrationshintergrund, die an eidgenössischen Abstimmungen teilnehmen, hat zwischen 2010 und 2013 um 10 Prozentpunkte abgenommen. Bei den Schweizerinnen und Schweizern ohne Migrationshintergrund ist die Quote in diesem Zeitpunkt stabil geblieben.

(sda/ise/ama)